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 | Kapitel 29 - Lost |
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"Hinter welcher Tür bist du?"
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Naike hielt inne. Hatte sie jetzt richtig gehört oder war es nur eingebildet? Sie stellte die Bürste zurück in ihre Halterung und öffnete die Toilettentür.
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"Sag mal, spinnst du?? Das ist hier ist die Damentoilette!!"
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"Hier ist weit und breit niemand, den ich erschrecken könnte." - "Doch mich, du machst mir Angst. Geh raus hier, ich komme gleich nach!"
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Adam hob seine linke Braue. In seinen tiefbraunen Augen funkelte es unruhig, während er sein Gegenüber taxierte. "Du bist ganz schön fett geworden. Und das Kostüm ist auch unmöglich, sowas tragen sonst nur alternde Sekretärinnen." - "Vielen Dank, geht's noch freundlicher??"
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Adams Worte hatte Naike sehr verletzt. Sie wandte sich augenblicklich ab, damit er ihre nahenden Tränen nicht sah – Tränen der Wut und Enttäuschung. "Aber hey, nicht doch. Ich kann dir doch trotzdem nicht widerstehen." Er griff viel zu grob nach ihrem Arm, sie schüttelte ihn mit einem Ruck ab und wollte zur Tür laufen ...
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... doch er versperrte ihr den Weg. Aus dem Bauch heraus breitete sich ein Gefühl der Panik Richtung Hals in ihr aus, was hatte er vor? "Geh' mir sofort aus dem Weg oder ich rufe um Hilfe!!" Adam grinste nur, dann packte er sie an beiden Oberarmen und küsste sie innig. Naike schlug reflexartig um sich.
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Mit seinem Fuß stieß er die Klotür auf, aus der Naike vorhin gekommen war, und schleifte sie hinein.
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Naike zappelte in Adams Zangengriff wie ein Fisch auf dem Trockenen, zerkratzte ihrem Peiniger das Gesicht und versuchte zu schreien. Doch dann ließ er sie plötzlich los.
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Sie röchelte und schnappte nach Luft. "Was … WAS TUST DU???", brüllte sie panisch, als sie sah dass Adam die Tür verriegelte.
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"Bist du völlig übergeschnappt? Lass mich sofort hier raus!" Adam trat einen Schritt auf sie zu und ließ seine Hand forsch in ihre Bluse gleiten. "DU SCHWEIN!!!, fauchte Naike verzweifelt, "du ... DU BIST DOCH KEINEN DEUT BESSER ALS ARMIN!!!“
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Adams Miene verfinsterte sich schlagartig. „Sag das nicht noch einmal“, drohte er mit bebender Stimme, holte dann aus und schlug in Bruchteilen einer Sekunde zu. Naike jaulte auf und verlor ihr Gleichgewicht.
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Geschickt fing er sie auf, begann erneut mit wilder Küsserei und presste seinen Leib kreisend an ihre Rückseite. "Adam, bitte ..." Er reagierte nicht, bewegte sich nur immer schneller und atmete wie eine Dampfmaschine.
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Naike wurde nun klar, dass sie keinerlei Chance gegen ihn hatte. Kraftlos legte sie ihre Arme auf seinen breiten Rücken, fühlte das Spiel seiner Muskeln unter dem festen Stoff seines Jacketts, sein will pochendes Herz und den Druck seiner Männlichkeit.
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Gierig steckte sie ihre Zunge tief in seinen Mund.
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"Na also", keuchte Adam und lächelte, "hab ich dich endlich gebrochen?" Naike sah ihn an und drängte sich ihm dabei mit aller Kraft entgegen. "Langsam, langsam", sagte er zärtlich, als würde er mit einem Baby sprechen, öffnete seine Hose und zog sie mit einem Griff herunter, mit einem zweiten ihren Rock hoch und verschaffte sich anschließend gezielt Zugang. Sie prallte mit dem Rücken gegen die Kacheln und stöhnte laut auf. "Nicht bewegen!", verlangte er flüsternd und sah ihr tief in die Augen, während er mit seinen Fingern ihre Gesichtskonturen nachfuhr, bis hinunter zu ihrem zarten, schlanken Hals, um den er langsam seine Hände schloss und dann zudrückte. Zuerst nur ganz leicht, dann immer fester. Naike wand sich in alle Richtungen und rang nach Luft. Adam beobachtete ihren Kampf bis zu einem gewissen Punkt, dann ließ er wieder locker. "Na los, bitte mich drum!" Sie schüttelte den Kopf und lächelte schräg, so wiederholte er die Prozedur genüsslich und wartete diesmal noch ein wenig länger. "Jetzt? – Na, komm' schon, bettele mich an!!" Aber sie zeigte ihm als Reaktion nur angriffslustig die Zähne. Doch nach dem dritten Mal konnte sie das Spiel unmöglich noch weiter aushalten und bat halb betäubt um Erlösung. Adam ließ sie augenblicklich los und schritt zur Tür.
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"Wo ... wo in aller Welt willst du jetzt hin?", schrie sie schrill. "Nach Hause", grinste Adam. "Aber das kannst du doch nicht machen!" - "Und was ich alles kann, das glaubst du gar nicht", lachte er herrisch, kam dann aber doch zurück zu ihr, nahm sie in den Arm, küsste zart ihre Stirn und brachte dann zu Ende, was er begonnen hatte. Wie von Sinnen bäumte er sich auf und seine tief röhrende Stimme hallte laut von den Kacheln wider. Dann hielt er inne ... und es war vorbei.
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Er küsste sie noch einmal, als gäbe es kein Morgen, und verließ dann den kleinen Toilettenraum. "ADAM!!", schrie Naike wieder, aber diesmal kehrte er nicht mehr zurück.
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Auf dem Weg nach draußen warf er noch einen kurzen Blick in den Spiegel, weil ihm die linke Wange brannte. "Ach du schöne Scheiße."
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Dann rannte er aus dem Klo Richtung Flughafen-Ausgang. Die Affen dicht hinter sich.
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Naike taumelte hinterher und verließ ebenfalls den Ort des Geschehens, allerdings bedeutend mühsameren Schrittes. Ihre Lippen brannten wie Höllenfeuer. Auf dem Weg zum Ausgang humpelnd begegnete sie einem Flughafenangestellten, der sie verstohlen ansah. Sie lächelte mechanisch und hoffte sehr, dass er nicht wahrnahm, was sich gerade langsam an ihren Schenkeln entlang der Schwerkraft ergab.
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Im Taxi war es zum Glück dunkel und der Fahrer kein kommunikativer Typ. Schnell war sie zuhause angekommen, öffnete leise die Tür und schlich auf Zehenspitzen an Jessica vorbei, die gerade nichts ahnend das Abendbrot zubereitete.
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“Ach du schöne Scheiße.", sagte Naike zu sich selbst, unwissend, dass diese Feststellung an diesem Tage nicht zum ersten Mal geäußert wurde.
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Schnell sprang sie unter die Dusche und brachte ihren heiklen Zustand wieder in Ordnung. Aber so sauber ihr Körper danach auch wieder war, ihre Seele blieb unrein.
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"Wo warst du so lang, ich habe mir schon Sorgen gemacht?" - Jetzt ging das schon wieder los. Aber heute fühlte sich Naike durch diese Frage weniger kontrolliert als vielmehr wenigstens ein bisschen behütet. "Komm, lang ordentlich zu!"
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"Jess, sei ehrlich zu mir, ich bin zu dick, oder?!" Jessica runzelte die Stirn. "Wer hat dir denn diesen Floh ins Ohr gesetzt, hm?! Du bist eine junge Mutter und stillst gerade erst ab, da tun ein paar Kilo mehr auf den Rippen nur ihr Gutes." Naike dachte nach. "Aber ich bin schließlich nicht nur Mutter, sondern auch immer noch eine Frau." Ihre Freundin sah sie fragend an: "Widerspricht sich das denn?" Naike angelte einen einzelnen Spaghetti auf ihre Gabel. Entweder konnte oder wollte Jessica sie nicht verstehen.
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"Na, mein Süßer, habe ich dir gefehlt?" Der kleine Sean klammerte sich an seine Mutter. "Ja jaa, gleich gibt es noch eine groooße Runde Kuscheln, jetzt machen wir dich aber erstmal frisch, du Stinkerchen, hm?!"
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"Ich liebe dich, mein Schatz. Ganz, ganz doll." Sean schmiegte sich nach dem Wickeln entspannt an die ihm so vertraute Mutterbrust und langsam fielen ihm die Augen zu, denn Jessica hatte ihn während Naikes Abwesenheit mit allerlei aufregenden Dingen aus dem Haushalt beschäftigt. Er hatte mit einem Kochlöffel fröhlich auf einen Topf geschlagen, ein Frühstücksbrettchen interessiert belutscht und war sogar ein Stückchen auf dem Teppich entlang gerobbt. "Was meinst du, sollen wir herausfinden, wer dein Papa ist?" Doch da war der kleine Junge bereits eingeschlafen.
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Nachdem sie ihren Sohn gebettet hatte, legte sich auch Naike hin. Aber trotz Müdigkeit fiel ihr das Einschlafen schwer, denn einer ihrer Affen, der jüngste und verspielteste der Bande, kitzelte sie noch ein wenig mit Eindrücken vom Tage, schickte ihr Bilder von tiefgrünen Alien, die mit gestohlenen Koffern davon rannten, winzigen Flugzeugen, die aus einem Zigarettenautomat fielen, und funkelnden goldbraunen Augen mit endlos langen Wimpern.
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Am nächsten Morgen stand sie früh auf, versorgte Sean mit seinem Fläschchen, das er jetzt schon alleine halten konnte, und schaltete das Fernsehgerät zur Tele-Gymnastik ein.
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Ihr Körper schmerzte, als wäre er durch eine Mangel gedreht worden, und jede Bewegung war tierisch anstrengend. Aber Naike trainierte nicht das erste Mal und wusste deshalb, dass es nach einer schwierigen Anfangsphase recht bald leichter ging, wenn sie nur dran blieb.
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"Ich glaube, ich habe ein Déjà-vu", schmunzelte Jessica, als sie gerade eben aufgewacht ins Wohnzimmer geschlurft kam. "Hatten wir das nicht schon mal?" - "Ja, in Kapitel 8“, bestätigte Naike und lachte lauthals über das nun verwirrt dreinblickende Gesicht ihrer Mitbewohnerin der ersten Tage, die natürlich nur Bahnhof verstand, sich an die Kopf tippte und zum Kühlschrank taperte. "Für mich bitte nur Müsli!", rief sie ihr hinterher.
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"Nur Müsli? Seit wann denn das?", wunderte sich Paul, der gerade ein Riesentrumm von Wiege ins Haus geschoben hatte.
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“Ja, was ist das denn?", freute sich Naike und sprang auf. "Die passt ja haargenau zum Rest der Einrichtung. "Ja, eine liebe Kollegin von mir, Yaliza, hat sie zufällig ausfindig gemacht, ich hatte ihr ein Bild von Seans Babyzimmer gezeigt.
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"Vielen lieben Dank“, rief Naike begeistert, „das muss ja ein unheimlicher Aufwand gewesen sein sie zu transportieren!" - "Ach was, wir haben einen der Transporter aus der Kaserne genommen, kein Thema." Sie umarmte Paul. Er fühlte sich völlig anders an als Adam und roch auch ganz anders. Aber genauso vertraut. Sie verspürte den Drang, ihn so zu küssen, wie sie Adam geküsst hatte, und drückte sich fest an seinen Körper. Doch Paul hielt inne und sah ihr fragend in die Augen: "Alles Roger bei dir?" Naike nickte zaghaft und dann schoben sie gemeinsam die neue Wiege ins Kinderzimmer.
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"So, mein Sohnemann, jetzt komm' mal mit. Der Papa hat eine feine Überraschung für dich!" Aber Sean brüllte in der neuen Wiege. Das lag aber weniger am Nichtgefallen als an einem Bärenhunger, denn ein Fläschchen war dem kleinen Kerl inzwischen viel zu wenig.
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"Lass ihn ruhig selbst halten, Liebling, er kann das jetzt schon ganz alleine!" Stolz betrachtete Paul seinen Sohn, wie er seine kleinen Fingerchen um die Flasche schloss und sich den Sauger im Handumdrehen in den Mund beförderte.
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Am frühen Abend fuhr Naike zur Drogerie und kaufte sich vorsichtshalber einen Schwangerschaftstest. Zum Glück gab es in der Sim-Welt welche, die einen Treffer bereits 24 Stunden nach der Zeugung anzeigten. Völlig verängstigt starrte sie auf den Teststab. Aber als er sich auch nach zehn Minuten noch kein bisschen verfärbt hatte, warf sie ihn erleichtert in ein Taschentuch gewickelt in den Müll.
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Mit einem Schlag waren alle Affen wach und diskutierten krakelend, was sie soeben erlebt hatten. “Es war doch bloß ein Traum”, sagte der erste. “Nee, Naike will, dass Paul so ist wie Adam, das ist doch klar wie Kloßbrühe!”, mußmaßte der zweite. “Ihr Idioten, das ist eine Warnung! Paul ist ein Mörder ... Mörder ... Mörder ...”
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"PAUL! ... PAUL?!" Mit dem Gefühl eines gerade versetzten Stromschlags war Naike halb aufgesprungen und spürte die gleiche Panik in sich hoch kriechen wie zwei Tage zuvor.
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"Jaa ... ", murmelte er schlaftrunken und rappelte sich auf. "Was is'n?" Kein Mörder hat so zärtliche Augen, dachte Naike, beruhigte sich wieder und ein ganz anderes Gefühl übernahm jetzt die Oberhand. "Pssst ..." Sie legte ihm ihren Zeigefinger auf die Lippen und sah ihn liebevoll an ...
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... dann nahm sie seinen Kopf in ihre Hände und drückte sein Gesicht zwischen ihre Brüste ...
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... worauf sich der überraschte Paul stillschweigend bereit erklärte, vorläufig auf weiteren Schlaf zu verzichten.
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"Danke für die nette nächtliche Überraschung", flüsterte er, als sie sich am Morgen im Bad begegneten, „so kannte ich dich ja noch gar nicht. Alles ok mit dir, ja?" - "Wie immer alles Roger, Herr General." - "Bald, Naike ... bald!", zwinkerte er und kniff ihr in den Po.
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Doch ihre Affen hatten Naike weiterhin fest im Griff. Da das Holz für den Kamin im Wohnzimmer stets bereits klein gehackt angeliefert wurde, blieb ihr nur hartes Training übrig, um sich abzuregieren, was sich aber sicher schließlich günstig auf ihre Figur und Aufstiegschancen im Beruf auswirken würde. Warum also nicht? "Sach mal, hast du ihr die Maschine ins Haus geholt, Paul? Musst du sie bei dem Quatsch auch noch unterstützen?", bemängelte Jessica, wie immer laut schmatzend ihr Frühstück kauend. "Sie hat mich drum gebeten, es war ihr Wunsch. Lass sie doch, tut ihr gut." - "Und ich konnte letzte Nacht nicht schlafen, ihr wart mir zu ... äh ... laut, wenn ich das mal ganz ehrlich sagen darf, das erinnerte mich doch schmerzlich an die nervige Zeit damals mit diesem ... diesem Adam Tallis", moserte Jess gleich weiter.
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Naike ließ vor Schreck die Gewichte fallen und traute sich nicht mehr zum Frühstückstisch zu schauen. Aber von Paul ließ sich nur ein grinsend gemurmeltes "Entschuldigung" vernehmen, dann wechselten die beiden Frühstückenden das Thema.
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”Guten Morrrgen, Le Normand, heute Spätschicht?" - "Moin moin, Patrizia, ja genau." – Na, dann mal los, wo bleibt O'Meara?" - "Keine Ahnung, eben saß er noch gestiefelt und gespornt am Tisch, er kommt sicher jeden Moment", antwortete Naike. Die Fahrerin hupte zweimal kräftig. "Er hat nämlich heute allen Grund, pünktlich zu sein." - "Wieso das?" - "Verraten Sie mich nicht, ich habe gestern mitbekommen, dass er heute zum Oberst befördert wird", erklärte ihre Untergebene mit verschwörerischer Miene. Naike staunte überrascht, da hatte sich das viele Lernen ja anscheinend doch ausgezahlt. "Ach, und übrigens, was ich Sie schon immer mal fragen wollte … äh ... ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten … aber so unter Frauen: Er sieht ziemlich geil aus, wie ist er eigentlich im Bett?" Patrizia hatte verdammtes Glück, dass Naike eine Frau war, die über eine solche Frage lachen konnte, andernfalls wäre sie nun wahrscheinlich sofortigst degradiert worden. Naike antwortete zwar nicht, aber Mimik und Gestik dürften in diesem Moment Patrizias Neugier befriedigt haben. Beide Frauen kicherten amüsiert, als sich Paul nach einem dritten Hupen endlich zu ihnen gesellte und die Fahrt beginnen konnte.
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Adam hatte sich seit dem Zwischenfall am Flughafen eine Woche lang nicht mehr in der Simlane sehen lassen, aber nun hielt er es nicht mehr ohne Sean aus und sprach Jessica vor der Tür an, die gerade den Müll entsorgte. "Ist sie da?" - "Wer?" – „Na, Naike natürlich", sagte er ungehalten. "Nein, die O’Mearas sind beim Dienst", antwortete Jessica hochnäsig, wobei sie "die O'Mearas" deutlich betonte.
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"Frau Jung ... es tut mir leid, ich war nicht nett zu Ihnen." - "Stimmt", erwiderte die Seniorin kühl und zog eine beleidigte Schnute. "Mir ist jetzt bewusst geworden, dass Sie hier viel Einsatz zeigen und sich sehr aufopfernd um meinen Sohn kümmern, ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen."
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Jessica war über Adams Worte mehr als überrascht. Zum einen über die völlig unerwartete Entschuldigung, zum anderen über die völlig selbstverständliche Art, mit der er seine Vaterschaft bekundete, an die er offensichtlich tatsächlich glaubte.
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Sie lachte laut, aber nicht unfreundlich. "Glauben Sie das allen Ernstes?" - "Was?" – „Na, dass Sie der Vater von Sean sind?" Adam seufzte. "Kann ich ihn sehen?" Jess frohlockte, offenbar sah dieser Mann sie nun endlich als Herrin im Haus, und so winkte sie ihn gnädig mit einem Blick wie Königin Elisabeth II. persönlich hinein. "Nach Ihnen bitte."
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"Um auf Ihre Frage von eben zurückzukommen: Ja, ich bin mir ziemlich sicher, dass er mein Sohn ist. Schließlich kann ich zählen und außerdem, schauen Sie sich ihn doch mal an - er hat braune Augen, seine Wimpern werden immer länger und auf dem Köpfchen sind schon ganz fein die ersten dunklen Haare zu sehen. Er muss mein Kind sein." Hat Naike damals Paul mit Ihnen betrogen?" - "Nein, das nicht, aber sie haben sich direkt nach unserer Trennung in Blauseidigheide kennen gelernt."
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Jessica wurde nachdenklich. Konnte das wirklich sein? Der Kleine hatte in der Tat haar- und augenmäßig ein dunkles Colorit und helle Haut, aber ebenso seine Mutter. "Sean hat heute keine Lust auf sein Auto, hm?" - "Offenbar nicht." - "Wir waren heute morgen zur Vorsorge beim Kinderarzt, er entwickelt sich prächtig. Legen Sie ihn besser mal hin, er wird müde sein. Adam nickte. "Und noch mal zu der Sache von eben, haben Sie sie eigentlich schon mal auf einen Vaterschaftstest angesprochen?" - "Ja, aber Naike will nichts davon wissen.“ Jessica runzelte die Stirn.
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"Na, du Müdling, dich kriegen wir wohl heute gar nicht mehr wach, hm?"
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Er drückte Sean liebevoll an seine Brust und küsste voller Zärtlichkeit sein duftiges Köpfchen. "Oh oh, da kommt deine Mama, ich geh' dann mal lieber." Als er den Kleinen gerade in sein Bettchen legen wollte, kam Paul ins Kinderzimmer.
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”Hi Paul, ich wusste gar nicht, dass du da bist. Ich muss jetzt los, noch was erledigen", sagte er gehetzt, "leg ihn bitte hin, ja? Wickeln könnte vielleicht vorher nicht schaden. Ciao, bis bald!!"
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Paul wunderte sich, dass sein Kumpel so schnell verschwand, dachte aber nicht weiter darüber nach. Als Adam zur Haustür hinaus wollte, hörte er bereits das Klicken von Naikes Schlüssel im Türschloss. Schnell nahm er die Abkürzung durchs Arbeitszimmer und entfernte sich eiligen Schrittes vom Grundstück. Jessica beobachtete ihn vom Fenster aus und wunderte sich über den rasanten Abgang.
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Die Tage wurden langsam wieder kürzer und Naike fühlte sich verraten und verkauft, denn Adam hatte sich seit Julias Abflug nicht mehr bei ihr gemeldet. Liebte er sie nun wirklich oder hatte er bloß wieder einmal seine Kontrolle verloren und eine günstige Situation benutzt, um sich spontan an ihr abzureagieren? Und was war überhaupt mit seiner Eva?
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Sie verlor aus mangelnder Konzentration das Gleichgewicht und fiel hart in den Sand. Doch der Gedanke, dass ihr Ex sogar ihren Sohn nicht mehr sehen wollte, schmerzte sie bedeutend mehr als die gerade erlittene Prellung.
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Das erste Mal zog sie ernsthaft in Betracht, Paul den Seitensprung zu gestehen, zu sehr nagte das schlechte Gewissen, denn sie war von Grund auf ein ehrlicher Typ, es fiel ihr schwer, etwas Derartiges zu verschweigen. Aber konnte man das, was passiert war, überhaupt als Seitensprung bezeichnen? Schließlich hatte sie keine andere Wahl gehabt. War es also nicht eher ein Verbrechen? Aber konnte man etwas Verbrechen nennen, was man am liebsten wiederholt begehrte?
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Wie ein kleiner Stich traf es sie im Herzen, als sie plötzlich Eva vor dem Haus erkannte, die ganz offensichtlich zu ihr wollte.
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"Ist Adam bei dir?", fragte die junge Frau ohne ein Lächeln. "Erstmal hallo, Eva. Nein, hier ist er nicht, sollte er?!" - "Na, ich dachte halt, wegen deinem Baby." Naike befürchtete, dass Adam auch seiner Freundin von seiner angeblichen Vaterschaft berichtet hatte, deshalb tastete sie so vorsichtig wie möglich nach, aber Eva wusste offenbar nur von seiner zufälligen Anwesenheit bei der Geburt. "Ich habe schon lange nichts mehr von ihm gehört, Eva, da musst du ihn schon selbst fragen, wenn er so selten daheim ist. Aber ich kann dir sagen, das war er noch nie, er lässt sich grundsätzlich nicht anbinden." Eva zog leicht verächtlich eine Augenbraue hoch. "Aha. Dann entschuldige, dass ich dich gestört habe. Bist beim Sport wohl, hm?! Dann viel Spaß noch, hast ja noch einiges zu tun! Ciao!"
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Mit diesen sicherlich nicht besonders freundlich gemeinten Worten drehte sich Adams Freundin auf dem Absatz um und ging. Naike starrte auf den entzückenden kleinen Apfelpopo, über den diese Frau beneidenswerterweise verfügte. Und anschließend sah sie an sich herunter und seufzte. Wahrscheinlich stand Adam doch mehr auf Äpfel statt Birnen. Doch wo steckte er bloß?
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"Jessi!! Das ist ... das ist ... einfach traumhaft", strahlte Naike, als sie das wunderschöne Bild sah, das die Seniorin von ihr und ihrem Sohn gemalt hatte." - "Ach Mensch, das sollte doch eine Überraschung für Seans Geburtstag werden, ich wusste nicht, dass du hier oben im Bad warst", jammerte Jessica betrübt.
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"Ach, das macht doch nichts. Denkst du ich freue mich deshalb weniger?!", umarmte Naike ihre Freundin herzlich und staunte: "Wie hast du das bloß geschafft zwischen Kind, Küche und deinem neuen Roman?"
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Jessica überlegte, sollte sie es sagen? "Adam hat derweil auf Sean aufgepasst." - "Er war hier???", fragte Naike, völlig von den Socken. "Ja, recht oft, aber immer nur, wenn du in der Kaserne warst. Darf ich fragen, ob ihr mal wieder irgendwelchen Stress miteinander habt?" Naike schaute auf den Boden und kaute auf ihrer Unterlippe. "Nein, eigentlich nicht." - "Eigentlich? Oder doch "eigentlich"? Es geht um Sean, oder?! Komm, ich weiß eh Bescheid, du kannst es ruhig zugeben." - "Was zugeben?" - "Na, dass du nicht weißt, wer Seans Vater ist, und Adam diesen Posten für sich beansprucht." Naike war völlig perplex, seit wann redeten die beiden miteinander und dann auch noch über so etwas Persönliches? "Ich kann dir nur raten, das testen zu lassen, es wäre für euch alle besser, du kannst Paul ..."
Naike rannte aus dem Zimmer und knallte die Tür so laut hinter sich zu, dass es ein Wunder war, dass die Angeln es aushielten. Jessica beschloss weise, das Thema zukünftig lieber nicht mehr anzusprechen, denn offenbar hatte sie direkt in eine offene seelische Fleischwunde gepackt.
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Inzwischen hatte wieder ein neuer Winter begonnen und Sean war nun fast ein Jahr alt. Die ersten Schneeflocken bedeckten hauchfein die Insel, dem Haus der Tallis-Geschwister stand das glitzernde nasse Weiß besonders gut.
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"Sean hat bald Geburtstag, nicht wahr?!"
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"Ja, übernächsten Monat", antwortete Adam. "Sag mal ...", begann Joe, "und jetzt flippe bitte nicht gleich wieder aus ... aber willst du nicht langsam mal wissen, ob du sein Vater bist?!" - "Doch, will ich schon, aber ..."
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"Aber was? Sie verweigert ihre Zustimmung, nicht wahr?!" - "Ja, Paul ist offiziell als Vater in der Geburtsurkunde eingetragen. Weißt du, Naike hat sich eine heile kleine Welt aufgebaut und ich schätze mal, dass sie die nicht wieder verlassen will."
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"Mal ehrlich, wundert dich das, nach alledem was passiert ist?!" - "Nein ... ", seufzte Adam, "du hast recht, ich bin nicht gut genug für sie." Joseph schaute seinen Bruder nachdenklich an. "Meinst du sie liebt Paul?"
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"Glaube schon. Schau ihn dir doch an, er sieht gut aus und hat dazu ein Herz aus Gold, so dass sogar ich gerne mit ihm zusammen bin, er ist für mich ein echt guter Freund geworden. Sonst wäre ich schon längst in den Kampf gezogen", erklärte Ad. "Ja, verstehe. Er ist wirklich ein netter Kerl, aber meinst du nicht, dass ein Kind hundertprozentig wissen sollte, wer sein biologischer Vater ist? Ich mein ... ich könnte es doch theoretisch auch sein. Und ehrlich gesagt würde ich das auch gerne wissen." - "Ja, vielleicht hast du Recht und wir sollten noch mal mit ihr reden! Aber erst wenn ich von meiner Reise zurück bin, ich bleibe, wie du ja weißt, knapp sechs Wochen in den USA." - "Nimmst du Eva eigentlich mit?" – „Natürlich." - "Geil, einen guten Monat mal keine trockenen Sandwiches!" Adam grinste schräg.
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Während Adam Tallis in Übersee weilte und dort auch seine Tochter wieder sah, machte Paul unaufhörlich weiter Karriere. Bis zum Kommandanten hatte er es in der Zwischenzeit gebracht, was nun endlich tatsächlich mal ein paar Stunden Freizeitgewinn in der Woche brachte, so dass er sich mehr um seinen Sohn kümmern konnte, was er auch mit Freude tat.
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Aber ein dunkler Schatten lastete auf seinem Herzen, über den er mit niemandem sprach.
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Kapitel 28 - Kariöse Träume Kapitel 30 - Der Mensch denkt, Gott lenkt
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