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 | Kapitel 47 - Erfüllung |
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Langsam ging sie auf ihn zu.
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"Ich wusste, dass es nur das sein konnte!", sprach Adam mit tiefer Bewunderung in seiner Stimme und sah sich seine Braut völlig entspannt und zufrieden an.
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Dann nahm er sie bei der Hand und drehte sie einmal tänzerisch um ihre eigene Achse. "Perfekt!" Und auch für Naike fühlte sich alles genau so absolut richtig an, als sei es nie anders geplant gewesen. "Hunger?" - "Und wie!" Adam schlang seinen Arm um sie und ging mit ihr aufs Nachbargrundstück hinüber. "Darf ich Sie zu einem Big Mac einladen? Denke, das kann ich mir gerade noch leisten", intonierte er galant grinsend. Naike lachte prustend und nickte dabei. Dann stürmten sie McDonalds und amüsierten sich köstlich über die Blicke der anderen Gäste, die sich ganz offensichtlich nicht wenig wunderten.
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Danach fuhren sie gesättigt Richtung Thionville-Zentrum und Naike ließ einen begeisterten Jauchzer los, als sie Paris auf dem Autobahn-Schild las. "Abwarten", sagte Adam und setzte seinen eingeschlagenen Weg durch unzählige in allen Farben leuchtende Weinberge fort, bis eine romantisch gelegene kleine Kirche in Sicht kam.
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"Da wären wir. Kannst ruhig schon einmal hineingehen und dich umschauen, ich parke eben das Auto weg, ja?!" - "Adam?" - "Ja?" - Geh, bitte nicht!" - "Keine Sorge", lächelte er, "so schnell wirst du mich in nächster Zeit nicht mehr los!"
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Die Kirche Sainte Anne war erhaben schön, ein solches Meisterwerk hatte Naike noch nie in der Sim-Welt gesehen, wer mochte sie erstellt haben?
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"Danke, Naike", flüsterte sie leise und die Erzählerin dieser Geschichte zwinkerte wohlwollend, was die Braut leider nicht sehen konnte.
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"Nai?", machte Adam leise auf sich aufmerksam, um sie nicht zu erschrecken.
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"Darf ich dir vorstellen, Pfarrer Bredoteau. Monsieur Bredoteau, Naike Le Normand." Der alte Kirchenmann lächelte und begrüßte sie freundlich. "Ja, können wir hier denn einfach so, also ich mein' ohne Anmeldung ..." - "Wolltest du nicht dein Denken mal für eine Weile ausschalten?", bemerkte Adam. Naike rollte verschmitzt ihre Augen und hielt schnell den Mund.
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Und dann lernte sie auch die älteren Herrschaften kennen, die ihre Trauzeugen sein würden. Es stellte sich heraus, dass es alte Nachbarn waren, die Adam bereits von Kindesbeinen an kannten und sich sichtlich freuten, ihn nach langer Zeit endlich mal wieder zu sehen. Und Pfarrer Bredoteau hatte ihn einst sogar getauft. Zu Adams Erleichterung war für mehr alte Geschichten keine Zeit, aber er musste den Jeunets versprechen, sich nach der Hochzeitsreise noch einmal mit seiner frisch Angetrauten bei ihnen auf ein Weinchen sehen zu lassen. Dann nahmen die Zeugen in der Kirchenbank Platz und der Priester bat das Brautpaar um Aufstellung, um mit der Ansprache zur Vermählung beginnen zu können.
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"Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. - Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch", sprach er auf Französisch. „Und mit Deinem Geiste", antworteten die vier Anwesenden. Und danach folgte eine circa zehnminütige Ansprache, die sehr persönlich formuliert war und alle Beteiligten sehr berührte. Dann leitete er zur Trauung über ...
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"Gott ist Liebe. Er liebt uns und will, dass auch wir einander lieben. Deshalb frage ich euch vor Gott und euren Trauzeugen:
Adam Richard Tallis, willst du Naike Susanne geb. Le Normand, als deine Ehefrau aus Gottes Hand nehmen, sie lieben und ehren, Freude und Leid mit ihr teilen und ihr die Treue halten, bis der Tod euch scheidet, so antworte: Ja, mit Gottes Hilfe."
"Ja, mit Gottes Hilfe."
"Naike Susanne geb. Le Normand, willst du Adam Richard Tallis, als deinen Ehemann aus Gottes Hand nehmen, ihn lieben und ehren, Freude und Leid mit ihm teilen und ihm die Treue halten, bis der Tod euch scheidet, so antworte: Ja, mit Gottes Hilfe."
"Ja, mit Gottes Hilfe."
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Dann steckten sie sich einander die Ringe an.
"Meine Liebe soll dir ein Zuhause sein. Ich will dich aufnehmen in meiner Seele."
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"Du sollst umfangen sein von meiner Zärtlichkeit und aufgehoben in meiner Wärme, die ich dir schenken möchte mit Leib und Seele."
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"Meine Liebe will dich nicht vereinnahmen, sondern dich ermutigen, zu sein oder zu werden, was du bist oder sein kannst."
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"Meine Liebe will dich achten, auch da, wo du anders bist als ich."
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"Ich möchte, dass meine Liebe nicht aufhört, dein Leben zu bereichern und Lebensfreude und Mut in dir zu wecken."
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"Dein Lebensglück soll in meiner Liebe gut aufgehoben sein."
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"Vertrauensvoll lege ich die Erfüllung meines Lebens in deine Hände."
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"Hiermit erkläre ich euch zu Mann und Frau. Gehet hin Frieden!"
"Dank sei Gott, dem Herrn!", sagten alle Anwesenden gleichzeitig, dann küsste sich das neu vermählte Paar und auch das Ehepaar Jeunet, die bei dieser Gelegenheit still für sich ebenfalls ihr Ehegelübde erneuert hatten.
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Die kleine Festgesellschaft hielt nach der Gratulation noch ein Schwätzchen vor der Kirche. "Na, meine liebste Gattin, was ist nun Euer Begehr? Komasaufen?" - "Aber Adam!!", riefen die älteren Herrschaften fast gleichzeitig entsetzt, und er schien sich darüber genauso köstlich zu amüsieren, wie sein Sohn Sean über seine oft geschmacklosen Scherze.
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Nachdem er dem Ehepaar Jeunet und Herrn Bredoteau versichert hatte, dass es bloß scherzhaft gemeint war, verabschiedeten sie sich alle voneinander, und Naike und Adam bedankten sich herzlich für ihre Anwesenheit.
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Noch etliche Minuten stand das frisch vermählte Paar vor der Kirchentür in der warmen Spätnachmittagssonne und hielt sich im Arm.
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"Naike Le Normand - Tallis?", klang es noch ungewohnt in ihren Ohren. "Ja?" - "Ich möchte dir noch etwas zeigen."
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"Aber nicht bevor du mich noch einmal geküsst hast!"
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"Ich werde dich noch Millionen Male küssen, meine kleine Frau", sagte Adam liebevoll und begann gleich damit, sein Versprechen einzulösen.
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Dann führte er sie um das Kirchengebäude herum, zeigte ihr einige Gräber seiner Ahnen väterlicherseits und erzählte ihr aus seiner Familiengeschichte, was sie sich schon so oft gewünscht hatte, da sie selbst damit nicht aufwarten konnte. Aber an diesem Tag ausschließlich die schönen Kapitel …
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Als es dunkel wurde, parkte Adam den Wagen endlich, allerdings irgendwo tief in der französischen Pampa. "Ich dachte, die Fahrt nimmt nie ein Ende, ich bin schon ganz steif“, beschwerte sich Naike. „Wo zum Geier sind wir hier?"
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"Du sollst doch keine Fragen stellen! Ich werde dir schon alles mitteilen, was du wissen musst", erklärte er noch schnell ...
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... bevor er sich in die Arme eines etwas seltsam aussehenden, schnurrbärtigen jungen Mannes schmiss und sich die beiden Herren minutenlang gegenseitig vertraut die Rücken klopften.
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Dann herzte der ihr völlig fremde Mann auch Naike innigst und checkte sie begeistert von oben bis unten ab ...
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… während weitere Personen herbeistürmten, eine junge Frau und ein Teenager, die sich dieser Willkommensaktion ebenfalls umgehend mit lautstarkem Gratulationsjubel anschlossen.
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Naike fasste Adam schüchtern am Arm, bekam ihn aber nicht mehr zu fassen, da er nun strammen Schrittes auf einen älteren Herrn zuging. "Wir haben dich sehr vermisst, Junge, Preciosa war sehr betrübt", sagte er ernst, umarmte ihn dann aber ebenfalls wie einen verlorenen Sohn.
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"Wie geht es ihr?" - "Gut. Und wenn sie dich gleich sieht, vermutlich noch besser. Ich glaube, sie ist im Wagen, in die Häuser geht sie ja nicht hinein, nicht einmal, wenn es durch das Dach des Wagens wieder einmal hindurch regnet", schmunzelte der Weißhaarige.
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Naike hatte sich inzwischen wenigstens ein paar der gewünschten Informationen von den jungen Leuten geholt. "Du Ungeduldige", lachte Adam, "ja, wir sind hier bei einem Teil meiner Familie. Meinen Cousin Marko, seine Frau Manulea und seinen älteren Sohn Sandro hast du gerade schon kennen gelernt. Und das ist Kirvo Romero, der Mann meiner Großmutter. "Sind das Zigeuner?", flüsterte sie neugierig.
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"Ja, wir sind Gitanos, spanisch-stämmige Zigeuner. Herzlich Willkommen in unserem bescheidenen Heim, Madame Tallis! Wir hoffen, dass sie sich bei uns wohlfühlen werden. Naike hatte sich Zigeuner irgendwie ganz anders vorgestellt, vor allen Dingen anders gekleidet.
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Aber dann stieß doch noch eine Person zu ihrer Runde, die ihren romantischen Erwartungen eher entsprach, Preciosa, Adams Großmutter mütterlicherseits. Sie war eine elegante Erscheinung mit blitzenden schwarzen Augen und betrachtete Adam lange. "Du bist alt geworden, mein Junge."
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Dann schloss sie ihn in ihre Arme und drückte ihn fest an ihre Brust.
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Natürlich wurde auch seine Braut wieder warm begrüßt, und Preciosa klopfte ihrem erwachsenen Enkel gerührt auf die Schulter. Offenbar hatte in dieser Familie keiner mehr damit gerechnet, dass er sich je fest binden würde.
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Das Großelternpaar lud nun zu einer kleinen Feier ein, was Naike sehr entgegen kam, denn sie hatte einen Riesenhunger, was die älteren Herrschaften wohlwollend zur Kenntnis nahmen, weil ihnen die junge Braut doch ein bisschen zu schlank war.
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Man führte sie ein einen historischen, relativ gut erhaltenen Wohnwagen, um draußen in Ruhe anzurichten.
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"Es ist wunderschön hier drin", lobte Naike. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Sie ungern in diesen komischen Containern leben wollen. "Ja", seufzte Preciosa, "seitdem wir uns hier vor einigen Monaten niedergelassen haben, hat man uns schnell notdürftig mit diesen Bretterbuden versorgt, aber ich habe zum Glück ja noch den alten Wagen. Den jungen Leuten ist das egal, sie haben andere Werte heutzutage, aber so lange ich noch lebe, werde ich ihn bewohnen. Und eines Tages werden wir sowieso weiterziehen."
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"Erzählt doch mal, wie habt ihr euch gefunden?" - "Ach, das ist eine ellenlange Geschichte", antwortete Adam und erwähnte wohlweislich wieder nur die schönen Kapitel und ließ die Dramen aus. "So so, ihr habt also schon einen Sohn. Dann bin ich ja Uroma, oh weh!", lachte die alte Dame. Naike kuschelte sich an ihren Ehemann. Noch völlig ungewohnt kam ihr alles vor, fast ein wenig surreal. Aber alles war wahr.
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Dann wurden sie herausgerufen und die ganze Familie applaudierte, als sie die Stufen herab kamen und zu ihnen stießen. Ein gemütliches, wilde Funken sprühendes Lagerfeuer war angezündet worden und auf einem großen Tisch warteten herrlich duftende Köstlichkeiten auf die kleine Hochzeitsgesellschaft ...
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... auf die sich dann auch sofort mit großem Appetit gestürzt wurde.
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"Ma chérie, alles ok so für dich? Konnte ich dich überraschen?" - "Frag nicht", antwortete Naike lächelnd und bekam feuchte Augen.
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"Auf deine Ehe, mein lieber Cousin. Glaube mir, es ist nicht immer einfach, aber lohnend. Und wie ich hörte, bist du ja auch schon Vater, also nicht mehr ganz so grün hinter den Ohren." - "Ja, richtig. Ich habe bereits eine erwachsene Tochter mit einer anderen Frau, mit der ich nie eine Beziehung geführt habe, und einen Sohn im Schulalter mit Naike!" - "Das ist schön, Kinder sind ein Segen. Wünscht ihr euch noch mehr?" - "Glaubst du an Prophezeiungen von Wahrsagern, Marko?" Er nickte. "Dann werden es sicher noch mehr werden", grinste Adam.
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"Was machst du mit den Glühwürmchen, wenn du sie gefangen hast, Sandro?" - "Ich schaue sie mir ganz genau an und dann lasse ich sie wieder frei." - "Das ist gut", meinte Naike. "Duut", sagte auch der kleine Pias, Sandros Bruder, auf ihrem Arm und klatschte in seine winzigen Händchen.
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"Ja, guuut - du kleiner Racker, du!", shakerte sie mit dem schwarzhaarigen Winzling, der sie ein bisschen an Sean erinnerte, als er noch so klein war. "Willst du auch mal Kinder?" - "Ich hab schon einen Sohn, er ist noch ein wenig jünger als du, Adam ist sein Vater. Und eine kleine Tochter aus Afrika adoptiert. Ich weiß nicht, ob Ad noch weitere möchte, seine Kinder sind immer nur zufällig entstanden, ich glaube nicht, dass er sie freiwillig bekommen hätte." - "Ach, manchmal ändern sich Menschen, eigentlich bleibt keiner haargenauso wie er gerade ist", sagte der offenbar recht intelligente Junge weise. "Jei, jei", brabbelte Pias wieder bestätigend, als wüsste er genau, worum es geht, was beide sehr zum Lachen brachte.
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“Na, hast du ein altes Familienalbum gefunden." - "Allerdings", sagte Adam schmunzelnd, "verrate es bloß keinem, ich werde es fix verstecken, ehe Naike mich nachher noch in Lederhosen sieht. Oder hier, mit nacktem Hintern! Glaube, da war ich noch keine drei." Der alte Kirvo lachte laut, fiel dann aber wieder in seine ernste Art zurück. "Sag mal, du kennst den Brauch, oder?!"
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"Welchen Brauch?" - "Du weißt genau, wovon ich spreche. Komm doch mal bitte mit herein." Kirvo zog ihn durch die kleine Küche, in der sie eben gesessen hatten, bis in den dahinter gelegenen Schlafraum des Wohnwagens, kramte dann fünf verschiedene Messer, die schützend in ein dickes Tuch gehüllt waren, aus der Schublade und verteilte sie vor seinen Augen auf dem Tisch.
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Adam hatte tatsächlich nicht mehr an den alten Hochzeitsbrauch gedacht, aber jetzt kam er ihm wieder in Erinnerung. "Die Messer sind noch von deinem verstorbenen Großvater. Such dir eines aus, sie sind alle frisch geschliffen und absolut scharf. Wenn du magst, kannst du es danach behalten und an deinen ältesten Sohn weitergeben, wenn es für ihn soweit ist." Adam nahm sie nacheinander in die Hand und entschied sich dann für ein relativ großes mit schwarzen Ledergriff. Kirvo holte ein weiteres sehr dickes Tuch hervor und schlug es darin ein, um einen sicheren Transport zu gewährleisten.
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"Ach … Adam?!" - "Ja?" - "Sei bitte sehr vorsichtig!" - "Ehrensache."
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Der Abend schritt voran …
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... und man erzählte sich unzählige spannende, traurige und lustige Geschichten am warm prasselnden Lagerfeuer.
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Irgendwann erhoben sich dann die beiden ältesten Gitanos, sprachen sich kurz ab und verschwanden daraufhin darauf im Container-Haus, um wenig später mit ihren Instrumenten zurückzukehren. Was wäre auch ein Fest ohne Musik?
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"Na? - Komm und beweg deine alten Knochen, Professorchen!", forderte Naike ihren Gatten auf.
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Wie schön sie ist … und sie gehört mir, dachte Adam. "Bitte - tanz mit mir!", wiederholte Naike noch einmal mit Nachdruck ihre Aufforderung und sah ihm begehrlich in seine funkelnden tiefbraunen Augen.
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Mitten im Tanz hielt er plötzlich inne. "Lass uns gehen!" - "Jetzt schon? Aber wo willst du denn noch hin? Und wo übernachten wir überhaupt? Hier?" Er legte seine Fingerspitzen auf ihren Mund und erinnerte sie an ihre Abmachung. "Du weißt doch, keine Fragen heute!" - "Ach, bitte, noch ein Lied!", bettelte Naike und versuchte, ihn zurück in die Nähe des wärmenden Feuers zu ziehen.
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Doch er packte sie fest am Arm und hielt sie zurück. "Ich sage, dass es jetzt Zeit ist zu gehen. Hörst du?!!"
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So verabschiedeten sie sich von Adams Familie und Preciosa brachte sie zum Auto. "Darf ich?", fragte sie dann noch und bat um Adams Hand. Er zögerte, aber Naike nickte ihm ermutigend zu. Wann bekam man schon einmal von einer echten alten Zigeunerin aus der Hand gelesen, statt immer nur von den komisch kostümierten, oft nur mit Halbwissen ausgestatteten Maxis-Fakes? Adam seufzte und streckte sie seiner Großmutter nur widerwillig entgegen, denn viel lieber hätte er sie noch einmal ausgiebig geherzt.
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Preciosa Romero nahm seine Hand, schaute sie sich eine kurze Zeit lang sehr genau an, schloss sie dann sanft zu einer Faust und bat anschließend um Naikes, die von dem festen und sehr ernsthaften Blick der alten Dame inzwischen ein wenig eingeschüchtert war. Diese wiederholte auch mit ihrer Hand den gleichen Vorgang und legte sie dann in die ihres Enkels hinein. "Ein langes gemeinsames Leben und Kindersegen erwartet euch!" Die Brautleute sahen sich freudig an, denn das erhoffte sich natürlich jedes junge Paar. "Aber eines Tages wird ein jeder von euch sterben durch des anderen Hand.“
Als sie geendet hatte war es für einen Moment ganz still und Adam wurde blass. Naike schluckte schwer und hatte danach erst recht einen Frosch im Hals. Aber die alte Frau lächelte, als wäre alles in völliger Ordnung und gab ihnen noch einen uralten Zigeunersegen mit auf den Weg. Dann schlurfte sie winkend zurück zu ihrem Mann und ihren Kindern.
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Adam bemerkte, dass Naike zitterte. "Sie ist ein sehr alte Dame", sagte er, "und die erzählen bekanntlich viel, wenn der Tag lang ist. Nimm es nicht zu ernst, ok?! Außerdem hat sie uns doch ein langes Leben prophezeit, was wollen wir mehr?! Und jetzt komm, der Tag ist noch jung!" Er öffnete die Wagentür und hieß sie einzusteigen. Dann sprang er selbst auf den Fahrersitz, und sie fuhren gemeinsam in den angrenzenden stockdunklen Wald hinein.
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Kapitel 46 - Für immer mein Kapitel 48 - Symbiosis
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