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 | Kapitel 35 - Scharfe Klingen |
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Einige Zeit später gab es einen weiteren Jubeltag, Sean lernte zu laufen!
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Noch ein kleines bisschen wackelig taperte er durch seine Kinderzimmer-Tür ins Wohnzimmer ...
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... und Adam hätte beinahe vor Glück geweint, als er ihn überraschend kommen sah, und war ungeheuer stolz auf seinen Nachkommen.
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Nun war Sean bedeutend flinker unterwegs und befand sich im Nu oft ungesehen an Orten, wo er eigentlich gar nicht hingehörte.
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Jessica fiel beinahe in Ohnmacht, als sie den kleinen Voyeur entdeckte, der sie zuerst staunend, dann kichernd beim Duschen beobachtete.
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Welch ein Spaß für den kleinen Zwerg! "Jessica dicke Popo" war nach diesem Vorfall lange seine Lieblings-Wortkombination, die er in den unmöglichsten Situationen zum Besten gab. Doch auch seine Hitzköpfigkeit zeigte sich immer wieder deutlich, dagegen war offenbar kein Kraut gewachsen ...
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Carla hatte sich zuerst nicht über den Krach gewundert, als sie das Abendessen zubereitete, denn in irgendeiner Ecke lärmte es in der Familie eigentlich immer. Aber dann schaute sie für einen Augenblick ins Wohnzimmer und sah die Bescherung.
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Sean hatte die gesamte XBox auseinander genommen und kloppte wütend darauf herum.
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Und wie kam die leere Bierflasche auf den Boden? Anscheinend hatte sie jemand stehen lassen, Carla betete, dass nicht zuviel Rest darin gewesen war. Wütend funkelte Sean sie an, er war aus einem ihr unbekannten Grund total in Rage und haute die Spielkonsole mehrmals hintereinander fest auf den Boden.
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Carla rief entsetzt nach seiner Mutter ...
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... die gerade an ihrem Buch gearbeitet hatte und sofort die Treppe heruntergestürmt kam.
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Zuerst wusste Naike gar nicht, was sie sagen sollte. Das war der bisher größte Schaden, den Sean verursachte hatte, wie sollte sie reagieren? Und wie kam das Bier in des Jungen Hände? „Mensch Carla, jetzt mach doch mal die Kiste aus, musst du jetzt unbedingt fernsehen?" - "He, mach' mich nicht an, ich kann doch nix dafür, dass das passiert ist, ich kann beim Kochen nicht dauernd ins Wohnzimmer schauen." - "Tschuldige, ist ja schon gut! Bist du heute Abend wieder weg? Ich muss nämlich noch etwas besorgen und niemand hat Zeit auf Sean und Abi aufzupassen." - "Würde ich gerne, aber ich bin heute verabredet." Naike seufzte, was für ein beschissener Abend!
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Und dann versuchte sie erst einmal Sean zu beruhigen.
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Einige Wochen später ging Carla nicht mehr aus und verbrachte stattdessen einen Großteil ihrer Freizeit am PC.
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Sie staunte nicht schlecht, als sie plötzlich feine weiße Flocken vor ihrem Fenster tanzen sah.
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Der Winter hatte Einzug gehalten und im Nu sah der Strand aus wie mit Puderzucker überzogen.
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Und nicht nur der Strand, natürlich war alles weiß. Weihnachten konnte kommen ...
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"Was wurschtelst du denn da schon wieder herum, genieß' doch mal die freien Tage, Naike, für sowas können wir doch einen Handwerker rufen!"
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"Ach wo, das war doch jetzt ganz schnell gemacht, heute wird eh kein Auto fahren, bis die Strasse geräumt ist." Paul beobachtete Naike wie sie die Geschirrspülmaschine wieder verschloss und das Werkzeug einräumte. "Deinen Spaß am Werkeln in allen Ehren, Schatz, aber du solltest in Zukunft ein bisschen vorsichtiger sein, du hast dich ja schon wieder verletzt!"
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"Nö, wieso? Mir geht's prächtig." - "Und was ist das für ein blauer Fleck an deinem Hals?" Naike erstarrte. Ihr war am Morgen nichts dergleichen aufgefallen. Paul schaute sich die Stelle näher an und als Mediziner konnte er gleich erkennen, dass der Bluterguss nicht durch einen Stoss entstanden war. "Zeig mir mal die andere Seite, bitte."
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“Ach Paul, das ist doch nicht schlimm, bestimmt habe ich mich gestern irgendwo gestoßen", behauptete sie und umarmte ihn überschwänglich.
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Paul drückte sie wieder ein Stück von sich weg. "Naike, du hast dich wohl kaum auch an der anderen Seite an gleicher Stelle "gestoßen", oder?!", stellte er ungehalten fest. Sie schüttelte den Kopf: "Aber nein, das ..." - "Das sind Würgemale!", sagte er eindringlich und sehr besorgt. "Bist du etwa überfallen worden?" - "Mensch Paul, jetzt geht aber die Phantasie mit dir durch, es ist doch völlig normal, dass man sich im Alltag mal irgendwo stößt oder sonst wie verletzt."
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"Aber doch nicht so oft!" - "Natürlich, oder glaubst du ich habe die Fallsucht? Und jetzt lass' uns mal nach draußen gehen, ja? Die Kinder werden von dem vielen schönen Schnee begeistert sein!" Sie gab ihm schnell einen Kuss.
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Paul trollte sich nachdenklich ins Kinderzimmer, um Sean und Abi zu wecken. Und Naike fühlte sich wie der letzte Dreck auf Erden.
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"Na, ist das nicht herrlich, Mausbär?" - "Sean will werfen!", sagte Naikes kleiner Junge, der inzwischen gar nicht mehr so klein war und schon richtig gut sprechen konnte. Jessica wollte lieber einen Schneemann bauen.
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Die Erwachsenen begannen also mit dem Schneemannbau, aber den Kindern war es schnell zu kalt und Sean bekam irgendwann Bauchweh, weil er Schnee mit Sand probiert hatte.
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"Du dafs das nich essen, dann tut der Bauch weh!" Seine Warnung an Abi war gut gemeint, aber sie wäre eh nie auf die Idee gekommen, Schnee zu essen und meldete stattdessen lieber großen Kakaodurst.
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Und dann stritten sich auch noch Jessica und Paul über die einzig richtige Art, einen Schneemann zu errichten, so dass Naike sich mit ihren eiskalten Füßen genervt mit Quengel-Sohn und Abi, die nun bereits zum zehnten Mal Kakao geordert hatte, auf den Weg zurück ins gut gewärmte Heim machte.
Und dann kam der übersinnliche Weihnachtsabend, an dem Paul noch mehr Futter für sein Rätsel bekommen sollte …
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Das diesjährige Weihnachtsfest verbrachte die Patchwork-Familie gemeinsam in der Simlane 10, es herrschte gute Laune, Kerzen verbreiteten urgemütliche Stimmung und der Bratenduft erfüllte das gesamte Haus.
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Die Kleinen entdeckten begeistert die vielen bunten Pakete unter dem festlich dekorierten Weihnachtsbaum.
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Zum Glück hatte Adam aber diesmal nicht übertrieben, sondern nur Kleinigkeiten mitgebracht. Selig grinsend beobachtete er seinen kleinen Sohn beim Auspacken.
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Naike und Jessica schafften es tatsächlich einen Tanz zu kreieren, der auch zu weihnachtlicher Musik passte, und die Männer redeten endlich mal über ein anderes Thema als die Krisensituation, in der sich ihr Land befand, obwohl Entspannung keineswegs ins Sicht war, im Gegenteil. Aber heute wollte man feiern und glücklich sein.
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"Hui, da habe ich ja genau das Richtige ausgesucht, du siehst phantastisch aus in dem Kleid!" Naike errötete und lächelte Adam ein wenig schüchtern an, als hätten sie sich gerade erst kennen gelernt. Dann floh sie mit einer Portion Braten an den Tisch, denn es knisterte so heftig zwischen ihr und ihrem Ex, dass es für sie schwierig war, es in seiner Nähe auszuhalten, ohne sich von allen guten Geistern verlassen auf ihn zu stürzen.
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Paul wirkte zwar immer sehr gelassen und dickfellig auf seine Umwelt, aber in Gedanken beschäftigte er sich noch immer mit den merkwürdigen Verletzungen, die sich seine Verlobte in den vergangenen Wochen mehrmals zugezogen hatte. Nicht Schlimmes, einmal eine Schürfung am Rücken, ein anders Mal Striemen an den Handgelenken. Und das, was ihn am meisten beunruhigte, war, dass Adam ebenfalls zweimal vom gleichen Phänomen betroffen war und seit Wochen vorgab zu renovieren. "Na, wie weit seid ihr mit eurer Renovierung gekommen, Joe?" - "Renovierung? Welche Renovierung?" Paul schluckte. Sein Hals fühlte sich auf einmal merkwürdig eng an. "Dein Bruder hat uns erzählt, ihr würdet euer Haus neu gestalten!" - "Ach so, da meinte er bestimmt die Neugestaltung von Julias früherem Kinderzimmer. Ja, da haben wir ganz schön geackert, aber es ist sehr schön geworden. Wieso fragst du?" - "Ach nur so." Nun war Paul nicht viel schlauer als vorher. Er überlegte, sollte er sich Joseph anvertrauen? Besonders gut kannte er ihn nicht, aber immerhin war er Adams Bruder und wohnte mit ihm zusammen.
Plötzlich klingelte Adams Handy. Er setzte sich damit auf die Treppe und shakerte mit dem Anrufer, der ganz offensichtlich weiblichen Geschlechts war. Paul starrte irritiert in seine Richtung. "Das ist sicher Eva-Maria, Adam hat sich mal wieder einen heißen Feger an Land gezogen, ich sag's dir! Er wollte sie zuerst heute Abend mitbringen, aber das habe ich ihm ausgeredet, weil ich das nicht passend fand für eine Familienfeier in kleinem Kreis. Aber sie sieht einfach toll aus!", schwärmte Joe. "Echt? Ich dachte, er wäre noch mit der alten Eva zusammen?" - "Nee, zum Glück nicht, das war vielleicht 'ne nervige Tussi, sie hat ziemlich geklammert und das kann Adam überhaupt nicht ausstehen." - " Hm, verstehe." Paul ärgerte sich, dass er das Gespräch überhaupt angefangen hatte, denn jetzt war er nur noch verwirrter, schämte sich andererseits aber auch ein bisschen für seine Verdächtigungen. Wahrscheinlich hatte er einfach zuviel Fantasie, obwohl ihm das eigentlich bisher noch nie jemand nachgesagt hatte.
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Sogar Carla hatte sich an diesem Abend endlich mal vom PC losgerissen und brachte Paul auf andere Gedanken. Joseph entschloss sich, zukünftig mehr Zeit mit seinem Neffen und dessen kleiner Schwester zu verbringen. Wie gerne hätte er selbst eine Familie, dachte er bei sich, aber bisher hatte er dazu noch nicht die richtige Frau gefunden.
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Naike konnte noch immer kaum glauben, wie gut sich Jessica und Adam nun verstanden. Angeregt unterhielten sie sich über Jess' neuen Roman ...
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... und er bot ihr sogar an, eine Ausstellung für ihre Bilder zu finanzieren. Es geschahen also doch ab und zu Zeichen und Wunder.
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”Ich habe eine Überraschung für dich und hoffe, du freust dich“, sagte Paul, „ich habe für uns ein verlängertes Wochenende auf Twikii-Island gebucht." - "Waaas, ehrlich? Der Ort, wo das alte Piratenschiff zu besichtigen ist?" - "Ja, genau!" - "Können wir denn jetzt überhaupt noch verreisen, bei dieser angespannten Lage?" - "Nunja, wir sollten die Zeit noch nutzen, bis es vielleicht für einige Zeit gar nicht mehr geht." Naike war schwer begeistert, besonders wegen des Piratenschiffs, denn sie hatte vor kurzem den dritten Teil von Fluch der Karibik gesehen. Und auch die Aussicht auf ein paar Tage ohne Kinder und unangenehme berufliche Entscheidungen war sehr verlockend.
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"Ad, ich habe eine Riesenbitte an dich, könntest du Jessica für die paar Tage beim Kinderhüten unterstützen? Die Uni ist doch eh dicht jetzt in den Weihnachtsferien." - "Kein Thema, du hast dir den Urlaub doch schwer verdient", grinste Adam süffisant und hob dabei wieder einmal seine Augenbraue. Naike räusperte sich mit gespielter Entrüstung und bedankte sich dann hoch erfreut für seine Großzügigkeit.
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Joseph hatte im Laufe des Abends ein wenig zuviel Rotwein getrunken und baggerte nun seine ehemalige Einbruchs-Komplizin an. "Sind Sean und Abi nicht supersüß? Wann hast du eigentlich vor, Mama zu werden? Ich meine, du bist doch im besten Alter und Single." - "Wer sagt denn, dass ich Single bin?!", erwiderte Carla trocken. "Och, das dachte ich mir so, sonst hättest du heute Abend doch Besuch, oder?!" - "Denk nicht so viel, Joe, da kommt eh nichts Gutes bei heraus." - "Wenn du da mal nicht irrst, meine Gute, z. B. habe ich gedacht, wir könnten mal wieder miteinander ausgehen." Carla schüttelte den Kopf. "Tut mir leid, ich bin schon vergeben." Joe zeigte sich enttäuscht, was die junge Frau befriedigt zur Kenntnis nahm.
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"Herr Alvarez, ich grüße Sie! ... Hallo? ... Ich kann sie kaum verstehen, die Leitung ist so schlecht. Carla? Ja. Selbstverständlich, ich werde es ihr ausrichten. Viele Grüße auch an alle! Bye." - "Das war Herr Alvarez, er lässt dich ganz herzlich grüßen, du scheinst bei dem Abendessen damals großen Eindruck auf hin gemacht zu haben", zwinkerte Naike ihrer Freundin zu. "Ach ja? Danke", erwiderte Carla gelangweilt wirkend, aber verschüttete ein bisschen Kaffee auf ihr Kleid.
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"Komm' bitte gleich kurz auf mein Zimmer, wenn ich die Kleinen hingelegt habe, ich möchte dir noch mein Geschenk geben." Adam rollte erfreut die Augen. "Nicht das, was du meinst", rügte Naike ihn und schüttelte lächelnd den Kopf über diesen irren Typen, mit dem sie sich da eingelassen hatte.
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"Es war richtig schön heute Abend, nicht wahr?!" - "Ja, absolut gelungen. Und schau dir die Kids an, wie sie strahlen." - "Freust du dich schon auf morgen?" - "Ja sehr, Paul, das war eine tolle Idee. Gute Nacht, kleine Abi, haben dir deine Geschenke gefallen?" Abilene nickte glückselig und ließ sich von ihrer Pflegemutter unter die Decke kuscheln. "Ich gehe jetzt schon mal ein paar Sachen für morgen packen." - "In Ordnung. Und ich ziehe mich jetzt aus und schminke mich ab, es ist spät geworden." Paul nickte und verließ das Kinderzimmer, um das Buffet abzuräumen.
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„Eine gute Nacht auch für dich, mein Schatzemann." - "Mama, gib mir bitte den Dars. Kommen Papa und Onkel Joe noch mal nach uns schauen?" - "Aber klar, ich sage ihnen Bescheid. Aber keine Gute-Nacht-Geschichte heute mehr, es ist schon sehr spät, ok?!“
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"Wie jetzt? Keine Reizwäsche?", tat Adam gespielt enttäuscht, als er in Naikes Zimmer im ersten Stock des Hauses trat. "Das hätte noch gefehlt, du Doof!", wehrte sie ab und kramte etwas aus dem Regal.
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"Was ist das denn für ein hässliches Ding?" - "Warte es ab und schau genau zu!" Naike konzentrierte sich eine Weile vollständig auf die wollende Puppe und sah dabei ein wenig seltsam aus, so als ob dieses komische Ding für sie das Liebste auf der Welt wäre. Beinahe als inbrünstig hätte man ihren Blick bezeichnen können.
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Plötzlich wurde es Adam nicht nur warm ums Herz und an einer gewissen Körperstelle zeichnete sich eine deutliche Beule ab.
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Doch dann schnipste Naike der Puppe vor den Kopf und im gleichen Moment fühlte Adam einen Schlag vor den Kopf, als wäre er gerade gegen eine Laterne gelaufen ...
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... und sah viele kurz aufblitzende Sternchen. Während er sich daraufhin wieder gänzlich zu fassen suchte, streichelte Naike nun die Puppe und das wonnige Gefühl, dass er eben gehabt hatte, verstärkte sich wieder, was sich in einer noch größeren Beule als vorher manifestierte.
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"Was zum Teufel ...?! Was bitte ist das?! Was treibst du hier für Scherze mit mir, du ... du Hexe, häh?", packte Adam Naike an den Schultern und schüttelte sie, was sie aufgrund der Plötzlichkeit und seiner Aufgebrachtheit sehr erschreckte. Doch dann grinste er und ließ sie wieder los. "Sag mal ... kann ich das etwa auch?"
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"Probier's aus", forderte Naike ihn erleichtert auf, als sie sah, wie fasziniert er jetzt die Puppe betrachtete, die anatomisch betrachtet ein Zwitter war und auch überhaupt ziemlich ulkig aussah. "Richte deine uneingeschränkte Aufmerksamkeit auf die Puppe, blende absolut alles an restlicher Umgebung aus. Und dann stelle dir vor, sie sei ich. Wenn du dir wirklich ganz sicher bist, dass sie ich ist, dann tue mit ihr das, was du mir willst. Aber sei vorsichtig, gehe nicht zu hart mit ihr um, denn sie wirkt als Verstärker. Derjenige, an dessen Stelle du die Puppe gesetzt hast, wird alles dreimal so stark spüren!!"
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Paul hatte ein wenig aufgeräumt und auch schon mal die Koffer vom Dachboden geholt, damit sie morgen rechtzeitig ihren Flieger nach Twikii-Island bekamen. Leise ging er zu Naikes Zimmertür und öffnete vorsichte einen Spalt, um zu sehen, ob sie noch wach war. Und das war sie wahrhaftig ...
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Adam, der sich noch nie im Leben mit Magie beschäftigt hatte, gab sein Bestes. Die Übertragung seiner leidenschaftlichen Gefühle auf die Puppe und somit auf Naike gelang hervorragend.
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Aber er hatte offenbar nicht richtig zugehört, was seine Partnerin in diesem Spiel zuvor gesagt hatte, nämlich dass jegliche Absichten und Handlungen dreimal verstärkt beim Empfänger ankämen, oder vielleicht war er auch einfach nur zu fasziniert, um berücksichtigen zu können.
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Und so drückte er die Puppe viel zu fest in ihren Woll-Bauch, so dass Naike für einen Moment keine Luft mehr bekam ...
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... und beinahe das halbverdaute Weihnachtsmahl auf Adams frisch geputzte Schuhe entleert hätte. Sie fiel nach vorn über vor seine Füße, was ihm bestens gefiel. Er war erschüttert über das Unerklärliche, aber in positiverem Sinne, denn er malte sich bereits jetzt in den schönsten Farben aus, was man mit der Puppe alles würde machen können. Naike erriet seine Gedanken und schüttelte warnend den Kopf. "Lass’ bloß die Finger davon, wenn ich nicht dabei bin, Ad, der Schuss kann nämlich auch ganz schön nach hinten losgehen. Kann ich dir vertrauen?" Er nickte und bedankte sich für das außergewöhnliche Geschenk.
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Und dann küsste er nicht die Puppe, sondern lieber gleich die gewünschte Empfängerin seiner Zärtlichkeiten, was Paul O’Meara zum Glück nicht mehr mitbekam, denn es war wie immer kein Kuss unter Freunden.
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Er hatte die Tür vorsichtig geschlossen und atmete verstört so tief durch wie möglich. Sein Puls raste und er schwitzte kalt am ganzen Leib. Das, was er da vor wenigen Sekunden gesehen hatte, setzte seiner Verwirrung die Krone auf. Er konnte sich nicht erklären, was dieser Quatsch zu bedeuten hatte, den die beiden in Naikes Zimmer trieben, und er hatte außerdem etwas gesehen, das er nie für möglich gehalten hätte: Eine tatsächlich funktionierende Voodoo-Puppe!!! Ohne sich noch die Zähne zu putzen oder sonst wie frisch zu machen, lief er in sein Schlafzimmer und verriegelte die Tür von innen.
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Am ersten Weihnachtsmorgen stand Adam tatsächlich wieder pünktlich auf der Matte und brachte die Urlauber zusammen mit Jessica zum bereits bereitstehenden Flughafen-Shuttle und sie verabschiedeten sich voneinander.
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Sean hatte sehr schlechte Laune, weil er kein bisschen wollte, dass Mama und Paul ohne ihn in Urlaub flogen, und war deshalb kaum zu bändigen. "Meinst du, du kriegst das Kind geschaukelt?", fragte Jessica Adam ein wenig zweifelnd. "Ein hungriger Löwe wäre wohl einfacher zu handhaben", lachte er und bekam einen Boxhieb seines sich windenden Sohnes gegen die Brust.
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Dann fuhr der Shuttle los und die Reisenden atmeten auf. Bald würden sie in wärmeren und ruhigeren Gefilden sein.
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Der Flug dauerte nicht lange und bei der Ankunft am Hotel auf Twikii-Island ließ sich Paul sogleich den Weg zu dem berühmten Piratenschiff beschreiben, das hier auf der Insel vor Anker lag. "Jetzt direkt los?", fragte er eifrig. "Aber nein, lass uns lieber erstmal ein bisschen frisch machen oder willst du etwa im Parka an den Strand?!", lachte Naike über den Übermut ihres Verlobten.
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Während Paul ein Zimmer belegte, entdeckte Naike in der Lobby einen Typen, der ihr irgendwie bekannt vorkam.
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"Hallo, Sie da! Waren Sie nicht vor kurzem im Fernsehen im Dschungelcamp und haben dort fünfundzwanzig lebendige Kakerlaken gegessen?"
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Ui, diese Frage empfand der Einheimische als Beleidigung, denn er kannte zufälligerweise die peinliche TV-Show. Offenbar besaß er einen hitzigen Charakter und reagierte deshalb ein bisschen zu übertrieben beleidigt.
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"Mensch, Naike, musst du dich unbedingt hier gleich mit Einheimischen anlegen? Lass ihn doch einfach stehen, wenn er dich ärgert!", schmunzelte Paul, und Naike erkannte, dass es tatsächlich nichts brachte, den unschönen Dialog weiter zu verfolgen. Was für ein eingebildeter Affe, sie hatte doch bloß gefragt!
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Das Zimmer war einfach, aber sauber und adrett. Naike stürzte sich mit lautem Entzücken auf die köstlichen, liebevoll arrangierten Pralinen, die Paul als Begrüßungsgeschenk hatte bringen lassen.
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Dann entspannten sich die beiden ein wenig und genossen ihre Zweisamkeit ohne Kindergeschrei und Handygeklingel. Naike fühlte sich sicher und geschützt in Paul Armen, jedem noch so kleinen Gedanken an Adam gab sie einen gedanklich festen Tritt, denn sie hatte sich fest vorgenommen, die Beziehung zu ihrem Ex wieder in freundschaftliche Bahnen zu leiten.
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Eine halbe Stunde später klingelte der Zimmerservice und das Pärchen stärkte sich mit frischem Salat mit einem köstlichen Dressing à la Twikii. Worum es sich bei den weißen knolligen Dingern handelte, die den Salat krönten, konnten sie sich allerdings keinen Reim machen.
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Und dann ging es endlich ab zum begehrten Riesen-Artefakt, dessen Anblick ihnen bei ihrer Ankunft beinahe den Atem raubte, denn das Schiff war wirklich wunderschön und sagenhaft gut erhalten.
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"Ich kann mir nicht vorstellen, dass etwas viele Jahre so gut in Schuss bleibt", zweifelte Naike an der Echtheit des Schiffes. "Natürlich wurde es restauriert, das ist doch klar. Wie viel gemacht wurde, weiß ich nicht, aber sie haben es augenscheinlich gut hingekriegt. Komm, lass uns entern!", brüllte Paul und stürmte los.
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Im Handumdrehen kam er sich vor wie ein echter Pirat. Bei der wackeligen Plankenbesteigung wurde ihm jedoch klar, dass er noch viel Übung brauchte, um auf See bestehen zu können.
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Naike hatte inzwischen das Steuerrad unter ihre Fittiche gebracht und gab Maat Paul die Anweisung, die Flagge zu hissen …
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… da sich ein Handelsschiff mit viel versprechender Beute in Sicht befand.
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Als die schwarze Flagge stolz hoch oben im Wind flatterte, hatten sich die Schiffe nach voller Fahrt voraus auch bereits getroffen und der erste Feind war zum Angriff übergesprungen. Paul hielt sich äußerst wacker und Naike staunte nicht schlecht, wie gut ihr Verlobter mit dem Säbel umgehen konnte. "Ich war mal in einer Fechtschule", erklärte Paul außer Atem und mit stolz geschwellter Brust.
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Sie empfand Pauls geschickte Hiebe als äußerst sexy, noch besser hätte es aber wohl in entsprechender Originalkluft ausgesehen! Sie stupste ihn an, klimperte mit ihren Wimpern und verschwand dann in der Kajüte. Aber Paul hatte ihren Wink nicht verstanden und begann stattdessen nun den Ausguck zu erklimmen.
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Naike hatte sich etwas ganz anderes erhofft und so verließ sie ein paar Minuten später die Kajüte mit einem unbefriedigten Gefühl wieder, da ihr Maat sich nicht blicken ließ. Aber Paul war nun mal ein solider Mann mit gewissen Prinzipien. Und das wusste sie eigentlich auch.
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Aber dennoch hatte sie irgendwie gehofft, dass er wenigstens im Urlaub mal ein wenig spontaner sein würde. Aber nunja ...
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"Du willst die teuren Säbel kaufen? Was sollen wir denn damit?", fragte sie ein wenig später verständnislos. "Ich habe schon als Kind davon geträumt, irgendwann einmal solch herrliche Waffen zu besitzen, das ist doch etwas ganz anderes als immer nur Gewehre! Sie werden sich sicher sehr schön als Dekoration bei uns im Haus machen", erklärte Paul. "Hm, na wenn du meinst", meinte Naike, die zwar kein Pazifist war, aber auch keine wirklich brennende Leidenschaft für Waffen hatte.
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Abends besuchten die beiden Urlauber die heißen Quellen der Insel, aber Paul weigerte sich vehement, den Wunschbrunnen zu nutzen, und wirkte plötzlich ängstlich. Er dachte mit Schrecken an das, was er gesehen hatte, eine tatsächlich funktionierende Voodoo-Puppe, und hatte sich vorgenommen, sich nie und nimmer je auf irgendwelche magischen Operationen einzulassen und sei es auch nur eine kleine Bestellung beim Universum.
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Drei Tage später genossen sie nachmittags ihre Zeit im Spa der Hotelanlage, als Naikes Handy klingelte. Es war Adam mit "Berichten von der Heimatfront", womit er natürlich die Simlane 10 und kein Kriegsgebiet meinte, aber Naike fand den Ausdruck aufgrund der derzeitigen Lage sehr unpassend. Und erst nach langen zehn Minuten Schilderung über die Untaten der Geschwister Le Normand und O'Meara rückte Adam mit einer Information heraus, die Naike sogleich eine dicke Sorgenfalte auf der Stirn einbrachte.
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"Waaas?? Aber nein, Pauls Handy ist die ganze Zeit an und er hat es immer bei sich, nur meines war bis eben ausgestellt ... ach, du liebe Scheiße!" Paul wollte sich aufrichten, aber die Masseurin drückte ihn gleich wieder auf die Bank. "Entspannen Sie sich, Monsieur."
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"Ja, in Ordnung“, telefonierte Naike weiter, „er ruft gleich in der Kaserne an, wir brechen die Reise sofort ab. - Ok, bis nachher dann." Nun hielt Paul nichts mehr auf der Liege. Er überprüfte sein Handy, es war aus und ließ sich auch nicht anschalten, offenbar war es kaputt. "VERDAMMT!", rief er laut und tippte so schnell er konnte die Nummer von Blauseidigheide in Naikes Telefon ein.
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"Schatz, ich möchte nicht noch einen Tag länger bleiben, wenn du nicht mehr hier bist", jammerte Naike.
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"Aber warum sollen wir denn beide zurückfahren, wenn nur ich gebraucht werde?“, gab er zu bedenken. „Gönn' dir doch den einen Tag noch!"
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"Ach Mensch, du sowas Blödes, hätte das nicht einen Tag später passieren können?", beklagte sie sich weiter, aber sie wusste natürlich, dass dies herzlich wenig nützte. Aufgrund der neuesten Entwicklungen mussten vorsichtshalber die ersten Reservisten des Landes für einen eventuellen Einsatz im umkämpften Gebieten angewiesen werden. Und ihre Heimatkaserne Blauseidigheide war nun mal dabei und Paul musste dringend General von Doberschütz vertreten, der ins Krisengebiet versetzt worden war.
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Paul checkte also aus und Naike fühlte sich bereits jetzt einsam und unnütz, aber helfen konnte sie nicht, denn die Armee schloss Frauen mit Kindern zunächst von jeglichem Einsatz außerhalb normaler Dienstzeiten aus, selbst wenn sie wie Naike General-Status hatten. "Unterschreiben Sie bitte hier. Und ihre Frau bleibt noch?" - "Ja, ich denke schon. Oder Schatz?" - "Ich werde es mir überlegen", antwortete Naike lustlos. "Es tut mir sehr leid für ihr Land und ich wünsche Ihnen alles Gute, dass die Lage bald unter Kontrolle ist und wieder Frieden einkehrt!", sagte der Hotelportier sehr freundlich und Paul bedankte sich herzlich für diese aufmerksame Geste.
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Dann begleitete Naike ihren Verlobten zum Shuttle, küsste ihn noch einmal zärtlich zum Abschied und bedankte sich für die schönen Tage. Paul klopfte ihr aufmunternd auf die Schulter, vollzog einen perfekt ausgeführten militärischen Gruß und machte sich dann auf den Weg.
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Am Flughafen bestieg er den bereits bereitstehenden Armee-Helikopter, der ihn zunächst ins Hauptquartier brachte, damit er seine Instruktionen entgegennehmen konnte, und ihn danach weiter nach Blauseidigheide flog.
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Er liebte es stets mit dem Hubschrauber in schwindelnde Höhen aufzusteigen, aber heute konnte er den Flug nicht genießen, denn zwei schwere Steine lagen ihm im Magen. Zum einen die krasse Situation seines Heimatlandes, und damit die Angst um sein geregeltes Leben, und die Unwissenheit über das offenbar außergewöhnliche Verhältnis seiner zukünftigen Frau zu seinem Freund Adam. Es musste etwas geschehen …
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Kapitel 34 - Rückfälle Kapitel 36 - 40 Grad
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