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 | Kapitel 14 - Sag mal, vertraust du mir? |
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Den größten Teil des Tages hielt sich Nicolas in der Nähe des Telefons auf. Mal führte er selbst Gespräche mit anderen Mitgliedern der MJN ...
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... mal überwachte er die Hausbewohner.
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Zum Glück hatte Naike in diesem Moment noch rechtzeitig seinen Blick im Nacken gespürt, bevor sie ihr zärtliches Ädääm in den Hörer hauchen wollte, und ihr wurde klar, dass es inzwischen zu riskant geworden war, das Festnetz zu nutzen. "Nicolas, Sie nerven! Sie sollen auf uns aufpassen und die Augen offen halten, ob der Feind aller Frauen hier irgendwo herumtapert. Aber Sie sind nicht dazu befugt, mir und meinen Mitbewohnern nachzuspionieren, kapiert?!" Nicolas Kappe setzte einen kuschenden Blick auf und verzog sich mit einem braven Kratzfüßchen in eine andere Ecke des Hauses.
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Doch als Naike mit Shakespeare Gassi gehen wollte, tauchte er sogleich wieder auf der Bildfläche auf und verbot ihr strikt, dies alleine zu tun.
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Auch Julia ermahnte er ununterbrochen, was sie ein bisschen nervte. Aber da er sich weiterhin auf nette Weise mit ihr beschäftigte, sie spielten oft Schach oder Footbag und sahen zusammen fern, war sie mit ihrem selbst gewählten Zieh-Papa immer schnell wieder versöhnt.
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Auch Jessica wagte hin und wieder den Versuch, mit dem Hund rauszugehen ...
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... wurde aber ebenso sofort zurückgepfiffen. So pinkelten Shakespeare und Siegfried zunehmend das Grundstück voll, wenn Joseph nicht gerade zuhause war und mit ihnen gehen konnte. Nic hatte schließlich Wichtigeres zu tun.
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Jessica war extrem genervt. Und dann tanzte der Kerl auch noch regelmäßig zu sehr lauter Musik herum, so dass man nicht einmal in Ruhe essen konnte.
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Dafür rächte sie sich ihrerseits mit einem Stereoanlagen-Verbot, denn sie gehörte ihr. Der Herr Pfarrer war sehr entzürnt und fühlte sich um einen entscheidenden Freizeitspaß betrogen. Julia besänftigte ihn, indem sie ihm ihren MP3-Player schenkte.
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Das große Los aber hatte durch Nicolas' Einzug der kleine Shakespeare gezogen. Er besaß nun eine riesige komfortable Hundehütte ganz für sich alleine, da Siegfried, für den sie eigentlich gedacht war, sich darin nicht wohl fühlte und sie deshalb verschmähte.
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"Und? Was meinst du, Nai?" - "Du siehst doch selbst die Karten, Jessi, sie liegen gut, der Liebeszauber scheint in Kürze Wirkung zu zeigen."
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"Meinst du wirklich? Das wäre ja wundervoll!"
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"Hassu juut gemacht, Süße!", zwinkerte Naike. Aber richte dich auf noch ein wenig Wartezeit ein, noch liegt er gebunden im Bild, er hängt jetzt quasi zwischen Melissa und dir an einer Art Schnur, wobei sie im Moment weniger ziehen muss als du."
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"Verstehe. Aber wie ist die Bindung zwischen ihm und ihr überhaupt zustande gekommen, frage ich mich schon die ganze Zeit?" - "Das ist mir auch noch ein Rätsel, darauf habe ich auch schon gelegt, aber zweideutige Aussagen bekommen. Ein Hinweis war eine magische Operation, so wie du sie ausgeführt hast." Jessica sah ihre Freundin mit erstaunten Augen an. „Melissa? Aber, sie ist bei den MJN!" Naike nickte und grinste. "Ja, das ist es ja eben, was mich so stutzig macht. Sie sieht Magie als Teufelswerk, soweit ich informiert bin, und würde sich eher geißeln als sich damit einzulassen." - "Na gut, dann warten wir einfach mal ab, was sich tut."
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"Ich drücke dir alle meine Daumen, Jess! Hab dich lieb!" Jessica lächelte gerührt. „Ich dich auch, danke!"
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Naike ging inzwischen nicht mehr mit Joe auf Raubzüge, sie hatte stattdessen eine Stelle als Hilfslehrerin angenommen, die ihr zwar keine Freude machte, aber dafür Einkünfte bescherte. Er konnte es nicht verstehen, ihr gesamtes unnahbares Verhalten generell nicht, hatte sich aber damit abgefunden, wieder mit seiner Kollegin Carla alleine zu operieren. "Seit wann benutzt du Parfüm? Ich dachte, deine Nase sei derart empfindlich, dass sie die Intensität eines solchen Geruchs nicht aushalten kann?"
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"Ist auch so, aber dieses hier ist eine Ausnahme, Sui Love." - "Sui Love? Naike, wir sollten mal reden. Ansonsten entfernen wir uns immer weiter voneinander, willst du das?", wechselte Joseph plötzlich unerwartet das Thema. „Ja, Du verlogenes Schwein“, dachte sie, äußerte es aber natürlich nicht.
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"Komm doch mal her und entspann' dich. Erzähl mir, was dich bedrückt."
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Naike war durch die ungeklärte Situation tatsächlich sehr verspannt und genoß zu ihrem eigenen Ärger sofort Josephs große warme Handflächen auf ihrem Rücken.
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"Na also, geht doch", zwinkerte Joseph ihr zu und nahm sie in seine Arme, "Sui Love riecht übrigens sehr angenehm."
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"Joe, das ist lieb von dir, aber ich ... grmpf …"
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"Sei still!", sagte Joseph ganz leise und küsste die Frau, von der er nach wie vor volle Zuneigung erwartete, so schnell auf den Mund, so dass sie sich nicht mehr äußern konnte. Die Affen liefen umgehend Sturm. Josephs Lippen waren weich und warm, der Druck seines Körpers nicht zu fest, aber auch nicht zu locker. Naike fühlte sich plötzlich so geborgen wie in einem gemütlichen Brutkasten für neugeborene Küken und hatte in Nu nicht mehr die geringste Kraft, sich gegen Joes Zärtlichkeiten zu wehren, obwohl sie ihm gleichzeitig am liebsten den Hals umgedreht hätte.
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Mit einer geschickten Drehung, die offenbar beide Tallis-Brüder irgendwo gelernt hatten, legte er sie im Handumdrehen ungestüm auf die Badematte. Hatten die Affen eben lediglich neugierig um die Ecke gelinst, kamen sie nun laut kreischend angehüpft: "Versetz' ihm einen Schlag!", forderte der erste. "Nein, beiß ihn in die Lippe!", meinte der zweite. "Schrei um Hilfe, so laut du kannst!", forderte das dritte Felltierchen. Aber erst der vierte Affe konnte sich schließlich durchsetzen, indem er ihr ganz offensichtlich einen Hormoncocktail besonderer Art verabreichte, der sofort seine Wirkung zeigte, denn sie fühlte sich wie von Geisterhand plötzlich aufgefordert, sich umgehend ihrer Beinkleider zu entledigen. Und dieser Aufforderung kam sie leider schließlich auch nach, verleugnete während dieses Moments ihre Fähigkeit zu denken, und wurde erst langsam wieder klar, als sie wohlbekannte feuchte Wärme aus ihrem Leib rinnen spürte.
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Scheisse. Naike trank ein Glas Leitungswasser auf Ex und wusste nun gar nichts mehr. Wenn es doch wenigstens nicht schön gewesen wäre!
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Kurz darauf kam Nicolas ins Bad - zum Glück hatte er es nicht schon ein paar Minuten eher getan - und regte sich theatralisch über die Überschwemmung auf, die ausnahmsweise mal der ansonsten sehr ordentliche Joseph in der Dusche hinterlassen hatte und nicht die beiden Dauer-Dreckspatzen Jessica und er selbst. Bitterlich beschwerte er sich bei Jessica über die Zustände im Haus. Doch die zeigte ihm nur einen Piepvogel und schüttelte den Kopf über derartige Unverfrorenheit.
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Gegen Abend überzog plötzlich ein dickes Tief die Insel und brachte Regenwolken mit sich, aus denen es fast ununterbrochen schüttete, so dass es keinen Spaß mehr machte, das Haus zu verlassen. Naike hatte bei Simazon gesehen, dass es jetzt ein Wetter-AddOn für das Spiel gab, in dem sie sich befand, und verfluchte die nasse Neuerung.
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nd Jessica konnte nicht fassen, dass es auf ihre alten Tage doch noch etwas gab, was sie noch nicht erlebt hatte.
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Shakespeare bettelte verzweifelt jaulend um Ausgang, aber bei diesem Wetter schickte man nicht einmal einen Hund vor die Tür.
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Naike vermisste Adams weiches Brustfell und musste nun vorläufig mit ihrem kuscheligen Hund Vorlieb nehmen, was man aber nicht gerade als auch nur halbwegs vernünftigen Ersatz bezeichnen konnte.
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Aber wenigstens ergab sich so endlich mal eine gute Gelegenheit, um Julia auf das Wiedersehen mit ihrem Papa vorzubereiten. Naike hatte einen furchtbar rührseligen Film aus den ersten Jahren des Color-Fernsehens besorgt. Aber immerhin kam darin ein Waisenkind vor, dass seinen Vater am Ende wieder fand, das passte perfekt zu ihrem Vorhaben. Gegen Ende der anderthalb Stunden rutschte Julia unruhig auf dem Sofa hin und her, also wagte Naike den Vorstoß.
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"Schatz, glaubst du, dass sowas auch in Echt passieren kann?" Julia schaute ihre Ziehmutter verwundert an: "Was meinst du, Nai?"
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"Na ja, dass man glaubt, sein Papa sei bereits ein Geist, aber dann ist er eines Tages doch wieder da und alles stellt sich als großes Missverständnis oder sowas heraus." Naike gab sich alle Mühe, aber plumper hätte sie es wohl kaum formulieren können, entsprechend abweisend reagierte auch Julia. "Tot ist tot, das gibt's doch wirklich nur im Fernsehen. Was soll der Quatsch?"
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"Naike spinnst du? Erzähl dem armen Kind doch keinen Scheiß!", schnaubte Joseph sehr ungehalten, nachdem er einen Teil des Gesprächs der beiden mitbekommen hatte.
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Sie seufzte. "Tut mir leid, Julia, Joe hat Recht, ich wollte dir nicht wehtun." - "Ich glaube, du tust vielmehr dir selbst weh mit sowas, oder?!" - "Wieso? Ich ..." Naike verzog schmerzvoll das Gesicht, als das Mädchen ergänzte: "Na, deine große Liebe ist tot und dein Baby auch noch dazu."
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Das Baby. Naike hatte den Verlust völlig verdrängt und fing an zu weinen, als es ihr nun in Erinnerung kam. Joseph schüttelte verständnislos den Kopf und fragte sich, wie Naike und Julia überhaupt auf das Thema Adam gekommen waren. Nun tröstete also Julia Naike statt umgekehrt. "Ich habe doch jetzt einen neuen Papa. Und Onkel Joe noch dazu." - "Würdest du denn deinen echten Vater nicht mehr wieder haben wollen?", fragte Naike schniefend. "Solltest du den Zauber dafür eines Tages gefunden haben, dann sag mir Bescheid, ja?!", scherzte Julia ohne Lächeln. Joseph floh aus dem Wohnzimmer, das zunehmend abzusaufen drohte, denn nun weinten beide Verlassenen.
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Nach einigen Tagen verzog sich das Tief und es kam wieder Leben in die Patchwork-Familie Le Normand & Co. "Moin, Jess! Sag mal, was ist denn mit dem Kappe los?" Jessica zuckte mit den Schultern.
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"Hallo, Herr Pfarrer! Kann ich Ihnen vielleicht helfen?" Aus unerfindlichen Gründen musste er zwar ganz offensichtlich dringend auf die Toilette, ging aber nicht, obwohl diese durchaus frei und auch sauber war. Naike musste grinsen, bei dieser unlogischen Situation konnte sich wohl nur um einen Computerhänger handeln. Na, geschah ihm ganz recht, dachte sie, so konnte frau wenigstens mal alleine mit den Hunden raus.
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Nicolas hatte sich dann aber doch wieder bekrabbelt und rannte sogar das allererste Mal splitterfasernackt durchs Haus, wie damals bei seiner eigenen Familie, was die zwei Damen zunächst äußerst befremdete. War das vielleicht ein Zeichen, dass er sich inzwischen zu wohl fühlte? Jessica warf Julia einen vorwurfsvollen Blick zu und gab ihr damit zu verstehen, dass es eindeutig eine schlechte Entscheidung war, sich dieses Unikum ins Haus zu holen.
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Aber bereits eine Minute später amüsierten sich die beiden köstlich über den nackten Herrn Pfarrer, der wenigstens erstaunlich durchtrainiert war. Wäre er hingegen dicklich gewesen, Naike der Flause ihres temporären Mitbewohners sicher schnell ein Ende bereitet. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
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Abends lag sie auf ihrem Bett und las noch ein wenig über die vertiefende Deutung spezieller Kartenkombinationen zum Thema Leben und Tod, als es plötzlich an ihrem Fenster klickte, als ob jemand Steine dagegen warf.
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Sie erhob sich neugierig, ging auf den Balkon und bekam prompt ein kleines Steinchen an den Kopf.
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Das ist doch wohl jetzt nicht wahr, oder?! "Was machst du denn hier?", zischte Naike, denn unter ihrem Balkon stand kein geringerer als Adam Tallis in feinstem Zwirn.
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"Komm chpring, Liebes, wir gehen heute ausch!", nuschelte Adam, da er sich eine Rose zwischen die Zähne geklemmt hatte.
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"Pssst, sei doch leise! Wenn dich jemand hört!", flüsterte Naike unbehaglich nach unten. Aber gleichzeitig bewegte auch ein freudiges Überraschungsgefühl ihr Herz.
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Und dann ging Adam auch noch in die Knie und bat sie erneut zu springen. Zum Glück sang er nicht auch noch, aber Naike war durch seinen bühnenreifen Auftritt eh schon völlig aus dem Konzept gebracht. "Ich kann jetzt nicht weg, das weißt du doch! Wenn auffliegt, dass ich das Haus verlassen habe, kriege ich einen Höllenärger!", jammerte Naike. Doch Adam ließ nicht locker: "Wenn du nicht sofort chpringst, komme ich augenblicklich hoch!!"
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„Der ist völlig irre - herrlich irre!“, stellte sie dahinschmelzend fest
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Ehe seine Freundin erneut die Chance hatte, etwas einzuwenden, hatte sich die männliche Abendüberraschung auch schon auf die günstig unter dem Balkon platzierte Palme geschwungen, war in Nullkommanichts oben angekommen und sprang über die Brüstung.
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"Oh, ist die wunderschön! Ist die für mich, Adam?" - "Nein, chfür Chfrau Holle, du Doof. Nun nimm chie chon aus meinem Mund, chie piekt!" - "Ach Liebling, du solltest nicht hier sein. Was wenn wir entdeckt werden?", fragte Naike besorgt. "Los, geh rein und schließ die Tür ab", schubste er sie ins Zimmer ohne auf ihre Bedenken einzugehen, die sie eh nur halbherzig geäußert hatte.
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"Du blutest ja!" - "Na, klettere du mal mit einer Rose im Mund auf einen Balkon“, sagte Adam schmunzelnd. „Schönes neues Reich hast du hier, da komme ich doch jetzt am besten jeden Abend", lobte er und lachte über das große Bild an der Wand. Naike lächelte, ließ sich küssen und empfand dies doch ganz anders als bei seinem Bruder, irgendwie war dieser Kuss wie das Nach-Hause-Kommen, wenn man auf Reisen gewesen war.
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Natürlich führte ihre Zusammenkunft wie immer in kürzester Zeit auf irgendein greifbares Polster. Und diesmal quietschte nichts.
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"Sag mal, vertraust du mir?", fing Adam plötzlich an. "Vertrauen, inwiefern? Wie meinst du das?" - "Tust du es oder nicht?", drängelte er ein wenig ungehalten. "Ja schon. Aber wieso?"
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"Was hängt da oben normalerweise an dem Haken an der Decke?" - "Der Schwingsessel aus dem Wohnzimmer unten, wieso ..." - "Bestens, das dürfte gehen", entschied Adam und nun wurde Naike ihrerseits etwas ungehalten. "Was soll die ganze blöde Fragerei, was hast du vor?" - "Komm mit", forderte er sie auf und zog sie innig küssend vom Bett.
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"Du wolltest doch letztens im Motel wissen, wofür die Handschellen sind, nicht wahr?!", sagte Adam, zog sie aus seiner Hosentasche, streichelte ihr mit dem kalten Metall über die Wange und hakte sie anschließend an der Decke ein. Naike kam es vor, als hätte sie ein Schlag in die Magengrube getroffen. "Adam, ich ... ich ...“ Sie schluckte schwer. "Also noch einmal, meine Liebe, ich muss es sicher wissen: Vertraust du mir? ... Auf Gedeih und Verderb?" Er schaute sie so durchdringend an, dass sich ein leichtes Panikgefühl in ihr zu manifestieren begann. Unsicher blickte sie umher. "Nein", sagte sie schließlich fest. "Ich vertraue dir nicht!"
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Adam zog hörbar die Luft ein. "Nicht?", wiederholte er zaghaft ungläubig. Und dann brach alles aus Naike heraus, was sich in ihrer Seele in den vergangenen Wochen festgesetzt hatte: "Nein verdammt, ich vertraue dir NICHT! Wie sollte ich auch? Hier geschehen schlimme Dinge auf der Insel. Ich habe Angst, dass DU es bist, der die Frauen überfällt. Es wäre ja nicht das erste Mal! Ich kann dich nicht einschätzen, Adam, bist du irre oder bist du es nicht?!", schrie sie ihn verzweifelt an. Er presste ihr die Hand auf den Mund: "Schhh … sei doch leise, verdammt!“ Dann bewegte er sich für einen Moment gar nicht mehr, aber seine Brust hob und senkte sich deutlich, als ob er versuchte, bewusst regelmäßig zu atmen.
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Und dann verwandelte sich sein entsetzter Blick unmittelbar in den Ausdruck kalter Wut. „Sag das noch mal ... WAS soll ich getan haben?" - "Ad, ich bitte dich ... ich wollte dir doch nur ehrlich antworten, du hast mich doch gefragt!" Ihre Stimme begann zu zittern. "SAG DAS NOCH MAL!", brüllte jetzt er viel zu laut und griff Naike mit beiden Händen grob an den Hals. Sie schnappte nach Luft und ihr Herz begann noch wilder zu rasen als zuvor. Sie befand sich in einem abgeschlossenen Raum. Mit einem Mann der - harmlos ausgedrückt - die Eigenschaft besaß, von einen auf den anderen Augenblick die Kontrolle über sich zu verlieren und deutlich mehr Kraft besaß als sie! War sie mit ihrem Geständnis zu weit gegangen? Doch dann lockerte Adam glücklicherweise seinen Griff und ließ von ihr ab.
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"Wie kannst du so etwas von mir denken, Naike?! Einmal gefehlt, immer gefehlt oder wie? Ist das deine Meinung von mir? IST ES DAS???" Naike biss sich auf die Lippe und kniff die Augen fest zusammen, begann dann aber doch zu weinen.
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"Verdammt, hör auf zu heulen, ich will dich lachen sehen!", forderte er fast hilflos und war mit sich selbst nicht im Reinen. Für einen Moment sprach keiner mehr ein Wort. Naike wischte sich die Tränen von den Wangen und Adam erschien ihr, als würde er über etwas nachdenken, hatte aber noch immer seinen beunruhigenden Blick drauf, der vor kurzem sogar die ansonsten sehr standfeste Mademoiselle Kurte verjagt hatte, die meinte, ihm im Museum mit ihrer dicken Tasche eins überziehen zu müssen, weil er Naike in einem öffentlichen Gebäude geküsst hatte. Dann lächelte er plötzlich, griff ihr in die Haare, zog sie ganz nahe zu sich heran und strich mit seinem Bart ganz langsam ihren Hals entlang. Naike vernahm mit ihrer feinen Nase den deutlichen Duft seiner Erregung, als er zart in ihr Ohrläppchen biss und zerfloss augenblicklich in seinen Armen wie Schnee an der Sonne.
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Da es im Obergeschoss plötzlich kräftig gepoltert hatte und ungewöhnliche Geräusche zu hören waren, ging Joseph die Treppe hoch, um nach dem Rechten zu sehen.
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"Naike? Alles in Ordnung bei dir?“ Stille. “Schatz?"
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"Na los, sag deinem "SCHATZ", dass alles in bester Ordnung ist!", zischte Adam verächtlich. Wenige Sekunden zuvor hatte er ein langes Klappmesser aus seinem Jackett geholt, setzte die Klinge nun auf Naikes Nacken an und zog es dann in Zeitlupe Millimeter für Millimeter über ihren Rücken. Naike atmete schwer, Millionen von Ameisen schienen in Windeseile durch und über ihren Körper zu krabbeln. Panische Angst bemächtigte sich ihres gesamten Körpers. „LOS ... SAG ES SCHON! ER SOLL ES DEUTLICH HÖREN!"
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Joseph klopfte erneut an die Tür. Adam steigerte den Druck der Klinge auf der zarten weißen Haut, was Naike schier in innere Raserei versetzte, ließ sie jedoch unversehrt. "A ... alles in ... Ordnung, Joe, mir ... mir ist nur meine Staffelei umgefallen", brachte Naike nur mühsam hervor, denn sie wagte kaum zu atmen …
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Kapitel 13 - Die Prophezeiung Kapitel 15 - Male
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