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 | Kapitel 9 - Schätze zwischen Unterhosen |
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Eines Tages stand Naikes Premiere ins Haus. Wie immer trank Joe noch einen Espresso, bevor es in der frühen Nacht losging.
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Naike kam in den Wohnraum. "So, bin fertig!" – „Willst du vorher noch einen Espress...?", wollte Joseph seine frischgebackene neue Kollegin gerade fragen, stutze dann aber einen Augenblick und starrte sie völlig verdutzt hat.
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Und dann lachte er schallend los.
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"Das ist jetzt ein Scherz, oder?! Wo hast du denn diesen Fummel her?" Er musste beinahe husten. "Nicht gut?", fragte Naike ein wenig eingeschüchtert. "Na ja, für ein Kostümfest vielleicht", schmunzelte ihr Gegenüber und grinste schwer amüsiert.
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"Verarschen kann ich mich selbst!", schimpfte Naike-Lara, schnappte sich ein Kissen und drosch damit auf ihren Mitbewohner ein. Jessica wurde von dem Lärm, den die beiden veranstalten, geweckt und ein weiteres Mal fragte sie sich, ob sie wohl irregeworden waren und der Psychodoc mit seinen „Party-Tipps“ noch einmal kommen müsse. Aber die jungen Leute kicherten irgendetwas von einer Kostümparty, so machte sich Jess keine weiteren Gedanken mehr und schlurfte zurück ins Bett.
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"Ah, schon besser. Es geht doch!"
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"Joe?“, sagte meinte Naike zaghaft. „Ich will doch kein Einbrecher sein." Er seufzte. Nun hatte er harte Überredungsarbeit zu leisten, Naike zitterte am ganzen Leib. Aber es gelang ihm schließlich mit ein paar eindringlichen Worten.
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Aber dann wurde er langsam ungeduldig. "Was ist denn jetzt noch? Schwing deinen Hintern, unser Ausflug ist getimed“, drängelte er ungehalten. "Ein paar Atemübungen nur noch ...", bat Naike sich aus. „Aber du kriegst doch kein Kind!" - "Das nicht, aber ein bisschen wie eine Neugeburt ist das hier heute schon."
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"Hi Naike, willkommen im Team! Super, dass du dabei bist!" Naike gab Carla Fünf, lächelte dabei aber kläglich, denn ihr war überhaupt nicht wohl bei der Sache.
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"Haben die eigentlich eine Alarmanlage?", erkundigte sich Carla bei Joe. "Nein, meinen Informationen nach nicht und das Türschloss ist auch ein Witz." Naike war sehr blass, was sicher nicht am Licht des Mondes lag, der die Umgebung in gespenstisches Licht tauchte. "Joe?" - "Ja?" - "Das ist ... äh ... das ist das Haus der Fullers und da wohnt jetzt auch Jessis Armin!" - "Ja und? Auch ultramoderne Jesus-Nachhüpfer beherbergen gewisse Werte“, grinste Adams Bruder frech. „Komm jetzt, du schaffst das! Unangenehm ist immer nur der erste Schritt."
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Mit gummiweichen Beinen schritt Naike die Treppen hoch.
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Joseph hingegen ging zielstrebig und völlig ruhig im dunklen Haus umher, offenbar schien er den Grundriss aufgrund von Plänen genau verinnerlicht zu haben.
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"Iiiih, baaah, guck mal, da sind angetrocknete Chili-Reste. Ich dachte immer, Melissa Fuller sei eine Sauberfrau.“ - "Naike, husch, beeil dich, wir haben nicht ewig Zeit. Das ist hier keine archäologische Expedition!", mahnte Carla.
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"Na also, da ist ja das Gemälde. Was für Kunstbanausen, sowas ins Klo zu hängen!", schimpfte Joe und schüttelte verständnislos den Kopf, bevor er es abmontierte und in eine dicke Decke schlug.
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Carla setzte sich derweil im ersten Stock an einen PC, während Naike überlegte, wie man den riesigen Wandteppich aus dem Haus schaffen könnte. "Was machst du da, Carla? Willst du jetzt Sims spielen?", fragte sie ihre Komplizin dann naiv. "Quatsch, ich checke den Rechner nach Daten, Passwörtern und sowas. Dann kann ich den Rest in ein paar Tagen von einem anderen PC aus erledigen." Naike war beeindruckt - was für geschicktes, aber auch dreistes Vorgehen!
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Dann waren sie im letzten Raum, dem Schlafzimmer, angelangt. Die Zeit drängte. "Eine Gebetsecke - au weia!", stellte Naike fest. "Wieso, ist doch bestens. Solche alten Gemälde hier bringen immer gut was ein", meinte Joe dazu bar jeglichen Respekts.
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Ich fass es nicht, da ist ja ein Foto von Jessica zwischen Armins Unterhosen! "Joe, Joe, guck mal hier!" Er lachte und dachte sich im Stillen, dass seine neue Kollegin noch einiges zu lernen hatte. "Komm bitte, die Zeit ist abgelaufen, wir müssen das Haus jetzt wieder verlassen, ich brauche noch Zeit, um die beiden großen Teile zu verstauen." - "Nichts lieber als das", rief Naike erfreut und flitzte umgehend im Affenzahn die Treppe hinunter.
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"Hey, jetzt warte doch, es gibt keinen Grund so zu rennen! Es ist alles in bester Ordnung, Süße", sagte Joe beruhigend und liebevoll.
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"Tschuldigung, aber ich kann nicht mehr, mir ist vor Aufregung total schlecht, ich muss hier weg." - "Du hast doch prima durchgehalten, herzlichen Glückwunsch zum ersten Mal!", freute er sich.
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Naike war heilfroh, als sie endlich wieder zuhause waren. Langsam entspannte sich ihr Körper wieder und sie konnte die gute Seite der Aktion sehen, es war verdammt aufregend gewesen! Aufregend wurde es aber bereits am nächsten Morgen gleich wieder, als sie ins Bad stürmte und erst zu spät bemerkte, dass ihr Mitbewohner ganz offensichtlich vergessen hatte, die Tür abzuschließen. Peinlich berührt murmelte sie eine Entschuldigung, die Joseph gar nicht hörte, und machte die Tür blitzschnell wieder zu.
Den gesamten Tag ging ihr der äußerst attraktive Anblick ihres Mitbewohners nicht mehr aus dem Kopf.
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Joseph und Naike besuchten ihre Kollegin Carla, die mit ihrer nichts von den nächtlichen Beutezügen ahnenden Schwester tagsüber gemeinsam einen kleinen Laden führte, das Chez Poulain.
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„Wohnst du wirklich hier, direkt hinter dem Laden?" - "Ja, so sparen Fiona und ich uns den Weg zur Arbeit und ich habe bürgerlichen Beruf als Deckung vorzuweisen“, zwinkerte Carla verschwörerisch. Naike grinste. Ist diese rothaarige Zicke wirklich deine Schwester? Oh, Entschuldigung, das ist mir so rausgerutscht." - "Kein Problem, du hast absolut recht. Fiona ist ein bisschen schräg drauf, wir kommen nur mühsam miteinander klar. Aber dafür habe ich Junior zum Ausgleich. Darf ich vorstellen, meine beste Freundin!“ Naike war gleich begeistert, als sie die hübsche Hündin sah, die sich auch gleich gerne kraulen ließ. „Vielleicht wäre sie eine gute Partie für meinen Shakespeare. Er schaut aus wie Struppi vom Tim, weißt du, glaube, die beiden würden ein ulkiges Paar abgeben." Sie lachten fröhlich über diese Idee.
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"Kannst du mal bitte hier abdampfen, wir haben etwas zu besprechen." Fiona schnaufte verächtlich. Was bildete sich dieser Joseph eigentlich ein?
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Beleidigt nahm sie sich ihr Frühstück und setzte sich fernab der anderen in die Couchecke. "Sei nicht so zu ihr, sie ist doch in dich verknallt“, mahnte Carla. "Nee, echt jetzt?!", fragt Joe und fühlte sich peinlich berührt. "Ja, du weißt doch, dass meine Beobachtungsgabe ein Knüller ist." – „Carla, halt mir dein Schwestermonster bloß vom Leib“, flüsterte er unbehaglich und erntete dafür ein Grinsen seiner beiden Tischdamen.
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Nachdem die drei Ganoven ihren nächsten Beutezug von Fiona ungestört geplant hatten, fuhr Joseph zum Fotografieren zu einer Hochzeitsfeier, und diesmal stimmte dies auch. Carla ignorierte die Aufforderung ihrer Schwester, im Laden Blumen zu binden, und machte es sich stattdessen noch ein bisschen mit Naike am See hinter dem Haus gemütlich. "Ach, ist es hier herrlich! So ein schönes kleines Gewässer hätte ich auch gerne hinter dem Haus", schwärmte Naike und rekelte sich behaglich in der warmen Sonne. „Oh ja, ich sitze auch gerne und oft hier, ein Becher Eistee und die Welt ist in Ordnung, lachte Carla. Dann wechselte sie schnell das Thema. „Du, sag mal, geht bei dir und Joe eigentlich was?" Naike wurde sehr verlegen. „Nein, wir sind nur sehr gute Freunde, obwohl ich zugeben muss, dass ich ihn schon sehr attraktiv finde. Letztens bin ich versehentlich ins Bad gekommen als er duschte, da wurde mir aber echt blümerant."
"Ja, das stimmt. Ich war mal mit ihm aus, das ist aber schon bestimmt zwei Jährchen her. Damals hatte ich aber schon einen Freund und deshalb ist nicht mehr daraus geworden." Naikes Miene wirkte plötzlich traurig. "Ich habe im Moment, ehrlich gesagt, noch keinen Bedarf nach einer neuen Beziehung. Ich muss noch zu oft an Adam denken, bisher konnte ihm keiner das Wasser reichen. Und unser Baby habe ich auch verloren.“ Carla hörte ihr betreten zu. "Tut mir sehr leid, ich habe von der Geschichte gehört, es muss furchtbar gewesen sein. Ein Wunder, dass du überhaupt wieder so gut drauf bist. Wie lange ist das jetzt her?" - "Fast vier Monate, ich kann es noch nicht vergessen." - "Das wirst du sowieso nie können, es gehört zu deinem Leben dazu. Du kannst nur versuchen, die Gedanken zu neutralisieren. Ich kann dir ein paar Tipps dazu geben, wenn Du magst, denn ich hatte auch mal ein traumatisches Erlebnis." Naike nickte und sah ihre neu gewonnene Freundin dankbar an.
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Das Training lief jeden Tag stramm weiter.
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"Hey, du schaffst es jetzt schon mit Ausrüstung schneller als in vorgegebener Zeit, alle Achtung!", jubelte Joe.
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"Ich bin sehr stolz auf dich, Kleines. Hatte wohl tatsächlich den richtigen Riecher. Wenn du jetzt noch daran arbeitest, deine Nerven in den Griff zu kriegen, hast du das Zeug zu einer hervorragenden Räuberin." Er kam ihr in diesem Moment gefährlich nahe und Naike bekam weiche Knie, als er ihre Wange berührte. Verlegen führte sie sie beiseite und tat entrüstet.
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"Räuberin? Du spinnst wohl! Ich bin eine ehrbare Frau!" Joe lachte laut. "Jo, das warst du schon immer - besonders mit Flügeln!!“
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Und noch einmal kam er ihr gefährlich nahe. „Tust du mir einen Gefallen?“ Was kam nun? „Zauberst du dir bitte noch mal diese Flügel von damals? Ich würde dich gerne mal damit fotografieren." Eindeutige Anmache, dachte Naike beklommen. "Äh … klar kannst du mich fotografieren, aber in ganz normaler Tracht bitte!“
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Und dann wechselte sie schnell das Thema und forderte noch ein paar Pilates-Übungen vor dem Mittagessen. Das war eine Disziplin, in der Joseph noch ordentlich Trainingsbedarf hatte.
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Jessica sah dem Treiben vom Fenster aus zu. Sie konnte sich keinen Reim auf die Vorgänge hinter dem Haus machen. Aber sie hatte zwischenzeitlich in die Karten geschaut und war nun noch beunruhigter, denn die Kombinationen bedeuteten auch für sie „kriminelle Energie“.
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Naike wurde in der folgenden Zeit weiterhin von der einen oder anderen verfänglichen Situation verstört. Joseph lief zum Beispiel wie Adam nach dem Duschen gerne für einige Zeit ohne Kleidung durch die Wohnung, als würde er dadurch besser trocknen. Ohne Handtuch hatte er es allerdings bisher bei Naike und Jessica im Haus noch nicht gewagt. Aber irgendwann ist immer das erste Mal ... "Fleißig fleißig, Le Normand, weiter so!" Der gerade trainierenden Naike brach deutlich mehr Schweiß aus, als von den Übungen kommen konnte und starrte auf seine freigelegte Männlichkeit.
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Und dann legte sich Joe auch noch ohne jegliche Hemmungen aufs Bett und vertiefte sich in ein Waffen-Kompendium. An Training war nicht mehr zu denken. Ihr schwanden die Kräfte und sie rettete sich in Windeseile ins Bad.
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Mitten in der Nacht wunderte sich Naike. Warum brannte denn so spät noch Licht?
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Sie näherte sich dem Wohnzimmerfenster und eine Schockwelle erfasste ihren Körper. Dann sprang sie von der Terrasse in den Sand, rannte in Windeseile ins Haus und ihr fehlten jegliche Worte, als sie direkt vor sich sah, was sie bereits durch das Fenster hatte erahnen können.
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Wa … was geht denn bitte hier ab?", rief Naike völlig schockiert. „Seid ihr von allen guten Geistern verlassen???"
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"Was regst du dich so auf? Kann dir doch nur recht sein. Los, zieh dich aus! Hier wird brüderlich geteilt.“ Adam grinste schräg. „Mensch, Joe, jetzt guck nicht so entgeistert!"
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Naike starrte ihn mit offenem Mund verblüfft an. "Wie bitte? Das ist jetzt nicht dein Ernst?" Adams Grinsen wurde noch breiter. Sie setzte an, ihm eine Ohrfeige zu verpassen, doch hielt dann abrupt inne. „Moment, das ist jetzt hier nicht echt, ich träume! Adam ist tot und Joe mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht schwul“, sagte sie zu sich selbst und fürchtete sich davor, verrückt zu werden. "Was mach' ich jetzt? Was mache ich jetzt bloß?“ Schnell aufwachen, krakeelte der erste Affe. Die Chance nutzen, wisperte der zweite Affe. Und dann rangen sie heftig miteinander.
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Adam stieß Joe, der einen verwirrten Eindruck machte, aufmuntert gegen die Schulter. "Komm Bruderherz, jetzt sei doch nicht so schüchtern, reiß ihr schon dieses überflüssige Ding vom Leib!" Jetzt hatte der zweite von Naikes Affen gewonnen, aber es war zu spät. Sie ließ sich in Joes Arme fallen und wachte eine Sekunde später in ihrem dunklen Zimmer auf.
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Am nächsten Morgen brachte sie nach langer Zeit mal wieder kein Frühstück runter. Sie traute sich nicht, Joseph anzuschauen, denn der Traum war einfach noch viel zu deutlich präsent.
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Ihren Mitbewohner irritierte ihr abweisendes Verhalten und er machte sich Sorgen, ob er vielleicht irgendetwas falsch gemacht hatte.
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Und auch Jessica entgingen die Spannungen in der Luft nicht und sie entschied sich dummerweise ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt für einen Vorstoß in Sachen Klarheit. Neugierig war sie ja schon immer gewesen.
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"Sagt mal, darf ich Euch gratulieren?", zwinkerte sie den beiden verschwörerisch zu. "Wozu, wenn ich fragen darf?" Joe zog besorgt seine Augenbrauen zusammen. Hatte Jess etwa Wind von den nächtlichen Beutezügen bekommen? Aber Jessica kicherte. "Na, bei euch geht doch was, oder?!“ – „Aber Jess!“, entrüstete sich Naike schwer und motzte: „Wie kommst du denn bitte darauf, da liegst Du völlig falsch!!!" Unter den Gefühlsauswirkungen des Traumes reagierte sie nun völlig über, knallte ihre Müslischüssel auf den Tisch, verschwand im Bad und schloss sich dort ein. Joseph wurde tiefrot und fixierte für die nächsten zehn Minuten ausschließlich seinen Löffel.
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Kurze Zeit später stand der nächste Bruch an. Diesmal wurde das Einbrecher-Trio in ein regelrechtes Luxushaus geschickt.
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"Joe, schau!“, schwärmte Naike begeistert und war dieses Mal schon weniger aufgeregt als beim ersten Mal. „Ist diese Küche nicht wunderbar? So eine habe ich mir schon immer gewünscht!“
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"Heirate mich und ich richte dir noch eine viel Schönere ein!" Sie lächelte verlegen. So ein Charmeur!
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"Na, das ist ja mal echt `ne Fundgrube!“, rief nun auch Joe begeistert, als er das modern ausgestattete Wohnzimmer erblickte.
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"Was machst du denn mit dem Zeugs?" Carla machte einen hochzufriedenen Eindruck. „Die Frau des Hauses benutzt meine Lieblingspflegeserie, die ist sündhaft teuer", jubelte sie. Naike dachte an ihre kleinen Schätze zuhause und rollte mit den Augen. "Oh Mann, da wird morgen aber jemand frustriert sein." - "Denkste irgendeiner ist begeistert, wenn wir da waren?", lachte ihre Kollegin frech.
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Anschließend widmete sie sich im zweiten Stock wieder dem Datenklau …
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... und Naike lief von Zimmer zu Zimmer, denn sie hatte bei den großen Ausmaßen des Hauses irgendwie die Orientierung verloren. Irgendwann kam sie ins Schlafzimmer und hielt bestürzt inne. Wie versteinert starrte sie auf das große Doppelbett, in dem die Hausbesitzer in tiefem Schlummer lagen. Flüsternd Real-Naike verwünschend rannte sie im Affenzahn zum Aufzug, der ewig zu brauchen schien bis er endlich kam. Hatte dieses blöde Haus denn keine Treppen?
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Nachdem Naike völlig überrascht die Bewohner des Hauses selig schlafend in ihrem Bett vorgefunden hatte, flitzte sie zum Aufzug, wartete eine gefühlte halbe Ewigkeit bis er endlich kam, und fand Joseph und Carla schließlich in einem Arbeitszimmer.
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"Naike, Mensch, was hetzt du denn schon wieder wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend“, sagte Joe sichtlich genervt, „du machst uns alle nervös!" Naike keuchte atemlos. "Leute, wir müssen hier raus!!! Die Bewohner liegen alle schlafend in ihren Bett, sie sind da!!!" Jetzt wurde Joe blass und auch Carla erschrak sichtlich. "Ach du Scheisse ... los, sofort raus, da ist was schief gelaufen!"
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Im Affenzahn verließ die Gaunerbande das Haus.
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Naike war völlig verdutzt, als ihr Chef nach dem Reinfall nicht nach Hause fuhr, sondern in eine einsame Gegend im Norden der Insel. "Willst du wirklich heute in noch ein weiteres Haus einsteigen??" - "Selbstverständlich“, antwortete Joe entrüstet, „ich hab noch nie mit leeren Händen Feierabend gemacht." Carla zeigte Naike einen solidarischen Piep-Vogel, aber er ließ sich davon nicht beirren und hielt einen Moment später an. "Dieses hier ist garantiert leer, meine Informationen müssen stimmen!"
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„Das ist ja ein seltsames Haus, wer hier wohl wohnt?“ Joe hörte nicht zu. "Diese Stereoanlage ist nicht übel, ich schau mal, ob ich sie verpackt kriege."
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"Volltreffer, ihr beiden - sämtliche Passwörter sind unverschlüsselt!" - "Na also, Carla! Ich wusste doch, dass es heute Nacht noch was wird!“ Er rieb sich die Hände. Die Stereoanlage wartete bereits in eine dicke Decke geschlagen im Auto. Aber auch die oberen Etagen wollten noch erobert werden.
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Während Naike wieder einmal für die Schränke zuständig war ...
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… kletterte Carla, die ihre PC-Arbeit inzwischen erfolgreich beendet hatte, die offenen Etagen hinauf. Auf einer stand ein Teleskop, das sie als Wissens-Sim sofort in den Bann zog. Sie schaute hindurch und beschloss begeistert, es auf dem Rückweg nach unten später mitzunehmen.
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Aber was gab es ganz oben noch zu finden? Es blieben noch wenige Minuten, das reichte. Neugierig und völlig schwindelfrei kletterte sie weiter hinauf.
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"Guten Abend, junge Frau! Wie komme ich zu der Ehre?", ertönte plötzlich eine brummige Stimme aus der Dunkelheit. Carla klappte die Kinnlade herunter, als sie die Umrisse eines Mannes erkannte.
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Und dann tat sie vor lauter Schreck etwas in Einbrecherkreisen völlig Verpöntes und rief ihren Kollegen, da ihr das Ohrteil ihres Headsets herausgefallen war. Dann versuchte sie den Treppenabsatz zu erreichen …
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… aber der schwarzhaarige, etwas verwegen ausschauende Mann schnitt ihr flink den Weg ab und packte sie am Arm. "Joe? Wer zum Henker ist Joe? Sind Sie etwa nicht alleine hier eingedrungen? Sie sind mir eine Erklärung schuldig, SOFORT!!!“, rief er empört.
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"Was fällt Ihnen ein, mich so anzubrüllen?", schimpfte Carla plötzlich los, denn wenn sie etwas nicht leiden konnte, war es auf eine solche Weise angemacht zu werden, völlig egal ob sie im Recht war oder nocht.
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Der Hausbesitzer fühlte sich für einen Moment völlig überrumpelt, fand dann aber seine Worte wieder: "Hallo, geht’s noch?? Dies ist zufällig mein Haus, darf ich mal so nebenbei bemerken, ja?!" Doch dann grinste er süffisant. "Sowas ist mir noch nie untergekommen, du bist echt nicht auf den Mund gefallen!" Carla wusste nicht, was sie über den plötzlichen Stimmungswechsel ihres Gegenübers denken sollte, ihr Herz schlug immer schneller, denn nun fixierte er auch noch ihre imposanten Brüste und schien nachzudenken.
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"Weißt du was, ich mache dir einen Vorschlag, Schätzchen. Mir ist gerade eh langweilig, ich könnte ein bisschen Gesellschaft gebrauchen. Du bleibst noch ein wenig hier und sorgst später dafür, dass alles, was mir gehört, wieder an Ort und Stelle kommt, ok?! Dann werde ich dich und deinen Kumpel - oder wer da sonst noch so ist - nicht verpfeifen. Ich bin übrigens Jack. Und wie heißt du?“ Carla war sprachlos. Das war zweifelsohne ein verdammt großzügiges Angebot. Ihr war bewusst, dass sie keine Wahl hatte, wenn sie nicht in wenigen Augenblicken in einer Zelle sitzen wollte. Irritiert schaute sie in ein paar viel versprechend schwarz glühende Augen und brachte ein kleinlautes Ok hervor.
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"Scheisse, scheisse ... raus hier!!!" Joe war bisher immer cool geblieben, aber jetzt stand ihm die Angst ins Gesicht geschrieben. "Was ist?", fragte Naike beunruhigt. "Jemand hat Carla erwischt, ich kann sie nicht kontakten und höre eine fremde Stimme. Mensch, heute hat mich wohl mein Informant mit Absicht verarscht. So doof kann man doch nicht sein, seine Leute in gleich zwei belegte Häuser zu schicken!!!" Er fluchte wütend, atmete dann ein paar Mal tief durch und bekam sich dann wieder in den Griff.
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Naike hingegen flatterte jede Körperzelle. "Dann lass uns Carla suchen! Sie braucht sicher Hilfe!" - "Bist du irre? Dann sitzen wir doch gleich zu Dritt in der Patsche." – „Aber Joe, das kannst du doch nicht machen!!!", flehte sie, doch er blieb hart. "Es ist alles so abgesprochen, Carla hat die Anweisung erhalten, es im Falle eines Falles genauso zu machen. Und das müsstest du eigentlich auch längst wissen! Wenn einer ins Netz geht, müssen die anderen schnell das Weite suchen, alles andere wäre irre. Carla ist keine Anfängerin, sie kommt da schon raus. Und jetzt müssen wir weg, sonst ist es zu spät!!!" Eilig zog er Naike mit sich nach draußen.
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"Wo sie wohl sind?“, überlegte er fieberhaft. Wenn oben, dann könnten wir einfach über die Treppe fliehen. Aber was, wenn sie unten sind? Es ist verdammt noch mal so still hier." Joe überlegte nicht lange und riss sich sein Gepäck vom Rücken. „Was kramst du denn jetzt in deinem Rucksack herum? - "Na, wir müssen uns abseilen, ist doch wohl logisch, oder?!" – „Da sollen wir runter? Ich bin nicht schwindelfrei!!!" - "Dann hast du deinen Beruf verfehlt. Mensch, es sind doch nur ein paar lächerliche Meter, nun komm schon! Ich gehe vor und fang dich unten auf, sooo tief ist es ja nun wirklich nicht, da habe ich schon ganz andere Kletteraktionen machen müssen."
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Während Joseph noch sprach, war er bereits über das Geländer geklettert …
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... und kam ruckzuck heil unten an.
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"Komm! Komm!" Ihr blieb keine Zeit mehr zum Zaudern, sonst hätte sie es liebend gerne getan. Zitternd überstieg sie das Geländer und ergriff das Seil so fest sie konnte, um sich anschließend in die Tief rutschen zu lassen.
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Wie versprochen fing Joe sie auf den letzten zwei Metern auf. „Hoppla! Na, bestens!“, zwinkerte er seiner wieder einmal sehr käsig aussehenden Kollegin zu, die ihn völlig verschreckt ansah. „Und jetzt schnell!!!"
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"Na, wieder beruhigt, Bonnie?", fragte Joe zärtlich, als sie in Sicherheit waren. "Ja, Clyde", lachte Naike noch ein bisschen zaghaft. „Joe streichelte ihr über ihr noch immer blasses Näschen. „Morgen machen wir uns mal einen ruhigen Abend und erholen uns ein bisschen, ja?! Du hattest mir übrigens noch ein Foto mit Flügeln versprochen, wie wär’s, hm?!“ – „Ohne Flügel“, bemerkte Naike streng und startete flugs den Wagen, als Josephs Lippen ihren gefährlich nahe kamen.
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Kapitel 8 - Girl interrupted Kapitel 10 - Astralkörper und Sesselpupser
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